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All is lost

Wir beschlossen, den heutigen Tag ruhig anzugehen. Es war so gemütlich an unserem Platz, die Sonne schien und das Meer war ruhig – einfach traumhaft. Ein Glas Sekt zum Frühstück, zuvor ein gemütliches Rührei mit Paprika und Zucchini – mehr brauchten wir nicht, um die Seele baumeln zu lassen.

Ein letztes Bad im türkisfarbenen Meer (für 2024) durfte jedoch nicht fehlen.

Irgendwann entschieden wir uns dann doch noch zu einer Wanderung zur alten Festung bei Omiš. Die Parkplatzsuche in den engen Gassen gestaltete sich jedoch schwierig, und ein Parkplatz am Hafen erschien uns aufgrund des langen Aufstiegs und der befürchteten Dunkelheit beim Abstieg ungeeignet. Also kehrten wir um und fuhren Richtung Split. Bei Dugi Rat entdeckten wir einen Strand mit geöffneten Cafés. Wir suchten einen Parkplatz und gingen etwas spazieren. Zu sehen ist einiges, von der Luxus-Segelyacht, bis zu mit Edelgraffiti bemalten Wänden zu toten Seesternen oder Karlovaca Bierkistern die fischen.

Auf dem Rückweg stießen wir auf ein verlassenes Gebäude, das wir neugierig erkundeten. Es schien eine Mischung aus Fabrik und Wohngebäude gewesen zu sein. Die 1914 von der italienischen SUFID gegründete Fabrik „Tvornica“ in Dugi Rat produzierte Karbid und Zyanamid (Kunstdünger). Ein 1912 errichtetes Wasserkraftwerk lieferte den Strom. In Hochöfen wurde Kalk mit Holzkohle zu Karbid umgewandelt und mit Stickstoff zu Zyanamid verarbeitet. Die Fabrik produzierte jährlich etwa 25.000 Tonnen Zyanamid.

Postcard from Dugi Rat – Source: Archives of dugirat.com

Nahdem SUFID 1929 die Konzession verlor, wurde die Fabrik in „La Dalmatienne“ umbenannt und erweitert. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie von verschiedenen Mächten besetzt. Nach der Verstaatlichung produzierte sie weiterhin Karbid, Zyanamid und später, in den 1970er-Jahren, Ferrolegierungen. Nach dem fast vollständigen Produktionsstillstand im Krieg der 1990er-Jahre meldete Tvornica 2003 Konkurs an. Das Gelände ist nun mit über 1,67 Millionen Kubikmetern Abfall kontaminiert, darunter auch im Meer entsorgte Rückstände. Umfassende Umweltstudien und ein Sanierungsplan sind dringend erforderlich.

Wir kehrten in der Pino Bar ein. Dieser „Place to Be“ verdiente seinen Namen wirklich: eine sehr nette Wirtin, eine tolle Aussicht und extrem gutes Craft-Bier.

Bevor wir den Silvesterabend feierten, genossen wir noch den Sonnenuntergang am Strand beim Campingplatz.

Und schließlich ist auch 2024 vorbei, ein gutes, erfolgreiches und schönes 2025.

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