Hongkong Highlights: Zwischen Nebel, Tempeln und wilden Schweinen am Victoria Peak

Hongkong Highlights: Zwischen Nebel, Tempeln und wilden Schweinen am Victoria Peak

Ein kühler Start und die besten Hongkong Highlights an der Promenade

Der Tag beginnt heute trüb und frostig. Draußen liegt dichter Nebel über der Bucht, und im Frühstücksraum herrscht eine Kälte, die man nur in Asien findet – die Einheimischen lieben es anscheinend, ihre Räume ordentlich runterzukühlen. Für uns war das heute definitiv zu viel des Guten. Brigitte hat mich gleich noch mal aufs Zimmer geschickt, um die Jacken zu holen, bevor wir uns an die ersten Hongkong Highlights gewagt haben.

Unser Weg führt uns zuerst zur Victoria Harbour Promenade. Wusstest du eigentlich, dass dieser Ort früher das Tor zur Welt war? Heute ist die Tsim Sha Tsui Promenade der perfekte Ort, um das Treiben zu beobachten. Wir schauen den Pensionisten beim Schattenboxen und Tratschen zu – eine herrlich entspannte Atmosphäre. Die Schiffe im Hafen vor der nebeligen Kulisse wirken fast mystisch. Überraschend ist auch, wie viel Natur Hongkong zu bieten hat; man sieht überall bunte Schmetterlinge und wunderschöne Blüten direkt am Wasser.

Von der Hollywood Road zu den Tempeln der Stadt

Danach steuern wir die Hollywood Road an. Entgegen dem Namen hat sie nichts mit Filmen zu tun, sondern ist eine der ältesten Straßen der Stadt, benannt nach den Stechpalmen (Holly), die hier früher wuchsen. Heute ist sie ein Paradies für Fotomotive, gesäumt von Antiquitätenläden und Galerien. Interessant sind auch immer wieder Stände mit getrockneten Meeresfrüchten oder die Gerüste aus Bambusstangen.

Hier erfüllen wir unseren Bildungsauftrag und besuchen zwei Tempel. Der erste ist eher klein, die Kwong Fuk Ancestral Hall, auch bekannt unter dem Namen Pak Shing Temple, ein bedeutendes historisches Bauwerk in der Tai Ping Shan Street sehr interessant. In den Wänden gibt es unzählige kleine Urnennischen, wo die Verstorbenen beigesetzt sind. Es ist ein sehr spiritueller Ort; viele Menschen kommen zum Beten und Gedenken hierher. Der große Ofen, in dem die Urnen Bewohner für den letzten Weg verbrannt werden, ist besonders eindrucksvoll. Gleich nebenan ist der Sargtischler.

Der Man Mo Tempel an der Hollywood Road in Sheung Wan ist einer der ältesten und bedeutendsten Tempel Hongkongs. Er wurde zwischen 1847 und 1862 erbaut und ist seit 2010 ein offiziell anerkanntes Nationalmonument. Dementsprechend mehr Touristen sind da, aber die Symmetrie der Architektur und die dicken Weihrauchschwaden in der Luft machen ihn trotzdem zu einem Erlebnis.

Aussichtspunkte und die Fahrt mit der Peak Tram

Wenn man schon einmal hier ist, muss man sich das volle Programm gönnen: den Victoria Peak. Wir nehmen die legendäre Peak Tram nach oben. Diese Standseilbahn ist seit 1888 in Betrieb und eine der steilsten der Welt – ein echtes technisches Wunderwerk aus der Kolonialzeit. Oben angekommen, haben wir uns zusätzlich die Sky Terrasse gegönnt, weil man so eine Gelegenheit ja nicht alle Tage hat.

Oben gibt es zwei große Gebäude, in denen sich unter anderem ein Einkaufszentrum befindet. Wir spazieren auf der Terrasse herum, und der Ausblick reicht wirklich über die gesamte Bucht. Es ist zwar diesig, aber die Skyline ist trotzdem beeindruckend anzusehen. Natürlich wimmelt es hier von Posern, aber eine Skyline ohne Touris wäre in Hongkong ja fast schon langweilig.

Auf dem Rückweg entdecken wir ein Bubba Gump Lokal. In diesem Franchise waren wir 2014 schon in Long Beach, und es hat uns damals schon so gut gefallen. Zuerst dachten wir, es sei zu früh zum Essen, aber Brigitte hatte die glänzende Idee, sich hier zu stärken, bevor wir den Abstieg antreten. Die Atmosphäre ist immer noch genial, das Essen top und die Kellner extrem nett. Nach drei Wochen Food Markets ist so ein bisserl westlicher Genuss eine willkommene Abwechslung.

Natürlich schauen wir uns auch sonst noch am Berg um, wo man die Villen der Superreichen sieht und in den Gebäuden am Peak. ‚Madame Tussaud‘ nur von außen, Wachs hatten wir in den Tempeln genug.

Wandern am Hongkong Trail: Natur pur und Wildschweine

Da wir nur die Bergfahrt gebucht haben, geht es zu Fuß über den Hongkong Trail wieder hinunter. Dieser Wanderweg ist Teil eines 50 Kilometer langen Netzes, das sich über die ganze Insel zieht und zeigt, wie grün diese Metropole eigentlich ist. Der Weg ist wunderschön, aber wir haben die Distanz ein bischen unterschätzt – gute 5 Kilometer geht es steil bergab durch dichten Wald und danach durch die Stadt.

Dabei haben wir sogar Wildschweine gesehen! Eines lag direkt am Straßenrand und hat tief und fest geschlafen. Es hat uns komplett in Ruhe gelassen, und wir es natürlich auch. Ein zweites haben wir etwas weiter unten hinter einem Zaun entdeckt. Was uns besonders positiv aufgefallen ist: Überall gibt es gepflegte und saubere WC-Anlagen. Das schätzen wir hier wie auch in Singapur extrem – alles ist sauber, ansprechend und funktioniert.

Wieder in der Stadt angekommen, wandern wir durch ein Viertel der Mittel- und Oberschicht mit schicken Hochhäusern. Je näher wir unserem Hotel kommen, desto älter und „schmuddliger“ wirken die Gebäude, was aber den Charme der Stadt ausmacht. Unseren Plan, noch mal an die Promenade zu gehen, haben wir auf morgen verschoben – die Wanderung war zwar herrlich, aber am Ende doch recht anstrengend. Servus, das war’s für heute!

Hättest du gedacht, dass man in Hongkong so einfach auf Wildschweine trifft?

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