Servus und schön, dass du wieder mitliest!
Heute sind wir wieder relativ früh wach, brauchen aber ein bisserl, bis wir fit sind. Unser erstes Ziel bei den heutigen Bangkok Sehenswürdigkeiten ist der Taling Chan Floating Market. Wusstest du eigentlich, dass dieser Markt erst 1987 ins Leben gerufen wurde, um den traditionellen Lebensstil am Khlong Chak Phra zu erhalten? Im Gegensatz zu den touristischen Riesen ist er wunderbar bodenständig geblieben. Mit der BTS und der Metro ist dieser Markt allerdings schwer zu erreichen. Wir überlegen kurz, ob wir das Taxi oder den Bus nehmen, und entscheiden uns schließlich für eine Bus-App, die uns 6 € pro Tag für zwei Personen kostet. Wir spazieren zur Nana Station gleich in der Nähe unseres Hotels und warten auf den 511er. Der Bus soll direkt zum Floating Market fahren. Und wie DÖF schon sang: Wir warten auf das Brummen eines Dieselmotors, aber der kummt net, kummt net. Wir beobachten skurrile Straßenverkäufer auf Rädern und leider immer wieder Obdachlose.


Wir haben es tatsächlich geschafft, mitten in der Rushhour loszufahren.. Fast eine Stunde dauert die Fahrt Richtung Ziel. Beim Einsteigen gibt es dann die erste Überraschung: Der Schaffner ist mit meiner App überhaupt nicht zufrieden. Eine nette Dame erklärt uns auf Englisch, dass dieser Bus die App nicht akzeptiert und die Fahrt 50 Baht kostet – kein Weltuntergang, aber ein bisserl ärgerlich ist es trotzdem.
Mit dem Longtail-Boot durch die Kanäle
Irgendwo im Nirgendwo, nahe der Autobahn, steigen wir aus. Ich bin so froh, dass wir Internet gekauft haben, sonst hätten wir keine Chance gehabt, den Weg weiterzufinden. Wir wandern zwischen den Kanälen entlang – ein feiner Anblick: alte Häuser, verfallene Hütten und dazwischen immer wieder grüne Plantagen mit Obst. Am Floating Market angekommen, werden wir sofort von einer Dame angesprochen. Eigentlich dachten wir, wir könnten bisserl herumspazieren, aber wir finden heraus, dass der Markt nur am Wochenende stattfindet. Jetzt stehen dort nur leere Stände.















Die Dame bietet uns eine Bootsfahrt an. 2000 Baht (ca. 60 €) für uns beide. Gestern wären es noch 1800 Baht gewesen, aber egal, wir wollten sowieso mit einem Longtail-Boot fahren. Diese Boote sind eine Legende für sich: Wusstest du, dass die Kapitäne oft alte Lkw-Dieselmotoren auf eine lange Welle montieren, dementsprechend laut und stinkend geht es zu in den Kanälen ? Das gibt diesen charakteristischen Sound, der durch die Kanäle schallt. Unser Fahrer ist nicht sehr gesprächig, aber die Fahrt durch die Kanäle ist extrem interessant. Links und rechts sieht man Häuschen, die teilweise schon halb im Wasser versinken, während überall im Kanal fleißig gearbeitet wird.











Nach ca. 10 Minuten erreichen wir das Artist House (Baan Silapin). Das ist ein über 200 Jahre altes Holzhaus, das früher für traditionelles Puppentheater bekannt war. Heute gibt es dort Cafés und Souvenirshops – die Atmosphäre ist herrlich entspannt, aber wir haben nur 25 Minuten Zeit. Also schnell ein paar Fotos machen, die Lichtspiele auf dem dunklen Holz einfangen und einmal rundherum spazieren.













Der glänzende Riese von Bangkok
Das nächste Ziel ist der Riesenbuddha von Bangkok: Wat Paknam Phasi Charoen. Mit 69 Metern Höhe ist er die größte Buddha-Statue der Stadt und erst seit 2021 in dieser Form fertiggestellt. Er besteht komplett aus reinem Kupfer und glänzt in der Sonne einfach gewaltig. Leider fährt uns der Bootsmann nur in den Kanal direkt neben der Statue, sodass wir den Buddha nur vom Boot aus fotografieren können. Ich hatte das beim Ticketkauf zwar anders verstanden, aber der Fahrer versteht mich wohl nicht und eine Diskussion bringt hier wenig. Er dreht wieder ab und wir sind kurz bisserl enttäuscht, weil wir uns die Statue gern genauer angeschaut hätten.






Unter einer Brücke staut es sich schließlich – Boote von vorne und hinten. Unser Fahrer muss kurz warten, was mir die Chance gibt, eine fliegende Verkäuferin auf ihrem Boot zu fotografieren. Kurz darauf ist die Fahrt vorbei und wir müssen aussteigen. Eine Stunde für 30 € pro Person ist zwar heftig, aber man macht es eh nur einmal und wir werden es überleben.




Da der Riesenbuddha laut Karte nicht weit weg ist, beschließen wir, zu Fuß dorthin zu gehen. Eigentlich reicht es mir schon mit den Tempeln, aber dieser hier scheint doch recht interessant zu sein. Es wird zwölf Uhr und der Hunger meldet sich – in Österreich ist es erst 6 Uhr morgens, also eigentlich Zeit für ein Frühstück. Die Street-Food-Stände direkt an der Straße sagen uns nicht so zu, aber wir finden ein kleines Café, das Pad Thai anbietet. Wusstest du, dass Pad Thai in den 1930er Jahren fast schon „erfunden“ wurde, um den Nationalstolz zu stärken? Die Besitzer hier wirken sehr nett, das Lokal ist einfach, aber sauber. Wir beobachten den Chef beim Kochen – alles wird frisch zubereitet. Serviert wird mit Chili, Zucker und Erdnüssen. Ich schnappe mir die Chilis von Brigitte, aber die Erdnüsse rückt sie nicht raus. Es ist das erste Mal in Thailand, dass ich so richtig scharf esse. Das Essen ist sauguat, die Atmosphäre authentisch und wir zahlen keine 5 € für alles inklusive zwei Getränke. Sowas suchen wir uns sicher noch mal!





Die Tempelanlage selbst liegt auf einer Art Insel. Wir spazieren rein und wundern uns, dass kein Eintritt verlangt wird. Es ist imposant – viele Mönche und Nonnen sind unterwegs. Aber wie man so sagt: Hast du einen Tempel gesehen, hast du die meisten gesehen. Im großen weißen Turm neben dem Buddha gibt es ein Museum auf fünf Stockwerken. Wir marschieren kurz durch, haben aber für die vielen Exponate heute keinen Kopf mehr.



























Ein ruhiger Ausklang mit kleinen Hindernissen
Da das mit dem Bus nicht geklappt hat, nehmen wir für den Rückweg die BTS (Skytrain). Falls es dir aufgefallen ist: Ich habe vorher immer BRT geschrieben, meinte aber natürlich die BTS. Gleich gegenüber vom Riesenbuddha liegt noch der Wat Khun Chan. Den nehmen wir auch noch mit. Ein bisserl skurril mit seinen bunten Riesenstatuen und Gottheiten, die fast wie aus einem Fantasy-Film wirken. Danach suchen wir das Café Hidden Bangkok, das wir von der anderen Seite aus gesehen haben, um einen besseren Blick zu erhaschen. Es ist allerdings bummvoll, also machen wir nur kurz Fotos von der Terrasse aus. Brigitte merkt mittlerweile ihre Füße, also fahren wir retour ins Hotel.










Jetzt kennen wir uns mit der BTS aus: Zurück zur Station, ab ins Hotel, duschen und dann im Pool die Füße abkühlen. Ein kühles Leo Bier darf dabei natürlich nicht fehlen. Leider verderben uns ein paar Kinder den Abend. Es gibt Kinder, die spielen, und es gibt „a…ndere“ Kinder. Die Eltern sitzen gemütlich an der Bar beim Essen und lassen ihre vier Sprösslinge völlig allein. Die Kids spritzen die komplette Poolterrasse voll, bis es uns reicht und wir zur Rezeption gehen. Als die Eltern dazukommen, wissen wir, warum die Kinder so sind: Die zwei Frauen waren hysterisch bis zum Gehtnichtmehr. Wir sind lieber ruhig geblieben, um die Situation nicht eskalieren zu lassen.
Eigentlich wollten wir heute noch mal ins Rotlichtviertel, aber nach der Pool-Action hat die Stimmung bisserl gelitten. Stattdessen gab es noch einen Abstecher zum SW1 Market – das war wieder super, echtes Straßenkino!
Hast du auch schon mal erlebt, dass die Eltern im Urlaub einfach komplett abschalten und ihre Kinder vergessen? Schreib’s mir mal!
- Longtail Boote in Bangkok: Erlebe die Khlongs
- Artist House (Baan Silapin): Baan Silapin Facebook Page
- Longtail Boote in Bangkok: Erlebe die Khlongs
- Wat Paknam Phasi Charoen: Offizielle Webseite des Tempels
- Wat Khun Chan: Informationen zum Tempel
- Hidden Bangkok Café: Besuche das Café am Wasser

