Farbenpracht am Bangkok Blumenmarkt Pak Khlong Talat: Ein Tag voller Kontraste

Farbenpracht am Bangkok Blumenmarkt Pak Khlong Talat: Ein Tag voller Kontraste

Unterwegs zum Bangkok Blumenmarkt Pak Khlong Talat

Servus! Wusstest du eigentlich, dass Thailand früher Siam geheißen hat? Erst 1939 wurde das Land offiziell umbenannt, um den Nationalstolz zu stärken und die Einheit der Tai-Völker zu betonen. Das war eine direkte Reaktion auf die Kolonialzeit, in der Thailand als einziges Land in Südostasien seine Unabhängigkeit bewahren konnte. Mit diesem Wissen im Gepäck starteten wir in den Tag. Wir sind heute erst gegen 8 Uhr aufgewacht, haben es aber  flott geschafft, uns für unser heutiges Ziel fertig zu machen: den Bangkok Blumenmarkt Pak Khlong Talat.

Mit der BTS und der Metro kommt man recht einfach dorthin. Obwohl um diese Zeit schon ordentlich was los ist, leert sich die Metro nach und nach, sodass wir sogar einen Sitzplatz ergattern konnten.

Das Metrosystem hier ist wirklich genial: Nicht nur die Zugtüren öffnen sich, sondern auch am Bahnsteig gibt es Sicherheits-Glastüren. Der Zug bremst zentimetergenau vor den Öffnungen – eine Präzision, die einfach lässig ist!

Sanam Chai und die duftende Welt der Blüten

Wir stiegen an der Station Sanam Chai aus, die wohl schönste Metrostation, die wir bisher gesehen haben. Sie wurde im Rattanakosin-Stil gestaltet und wirkt fast wie ein Palast unter der Erde. Gleich in der Nähe liegt der Eingang zum Markt.

Unter dem riesigen Wellblechdach drängen sich die Stände. Es ist drückend heiß, die Luft steht förmlich im Markt, aber der Anblick ist gewaltig. Tausende Blumen, kunstvoll arrangiert oder zu Kränzen gesteckt, leuchten in allen Farben. Wusstest du, dass dieser Ort früher, zur Zeit von König Rama I., eigentlich ein Fischmarkt war? Erst später wandelte er sich zu diesem duftenden (und manchmal plastiklastigen) Meer aus Blüten, das heute der wichtigste Umschlagplatz der Stadt ist.

Neben den Blumen gibt es auch Obst und Gemüse – es riecht intensiv nach Zwiebeln, Knoblauch und exotischen Kräutern. Fotografisch ist es eine Herausforderung, da das Licht unter dem Dach eher flach ist, aber die Atmosphäre ist authentisch. In den engen Gassen flitzen Mopeds und Lieferanten mit ihren vollbeladenen Wägelchen an einem vorbei. Man muss ständig auf der Hut sein!

Danach spazierten wir Richtung Flussufer gegenüber vom Wat Arun. Von hier aus hat man eine tolle Symmetrie und kann den Tempel der Morgenröte in seiner vollen Pracht fotografieren. Die Cafés am Aussichtspunkt sind zwar ziemlich überlaufen, weil sie natürlich mit dem Ausblick werben, aber für ein schnelles Foto der markanten Silhouette ist es perfekt. Es laufen auch viele Besucher in traditionellen Thai-Kostümen herum, die man sich in den kleinen Shops dort leihen kann.

Zurück bei der Metrostation gönnten wir uns eine Pause bei einem kleinen Imbissstand. Es gab eine Art Nudel-Bällchen und Shrimps-Dumplings. Dazu eine frische Kokosnuss. Diese war zwar nicht ganz so süß wie jene im Chinesenviertel, aber für 60 Baht darf man wirklich nicht maulen.

Vom arabischen Viertel bis zum Trubel der Nacht

Weiter ging es zur Nana Station, um die Gegend zu erkunden und ins arabische Viertel zu spazieren. Das Viertel wirkt an manchen Stellen etwas verfallen und alt. In einem arabischen Imbiss probierten wir ein Falafel-Sandwich und Gemüsereis. Dazu gab es Mango- und Mint-Lassi. Die zwei Lassis sind ganz was anderes, als wir es aus Europa gewohnt sind – unglaublich erfrischend und sehr sättigend!

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel – Brigittes Haarwasch-Ritual stand an, das  strengeren Regeln folgt als so mancher Tempelbesuch – wollten wir eigentlich an den Pool. Aber irgendwie war die Luft raus, die französische Familie von gestern hatte uns den Spaß am Wasser ein bisserl verdorben. Also zogen wir wieder los Richtung Nana Station, um ein gemütliches Eckchen für ein Bier zu finden. So richtig „geflasht“ hat uns keines der Lokale, also landeten wir wieder am SW1 Market, um die Stimmung aufzusaugen und Leute zu beobachten.

Ein kleiner Abstecher Richtung Soi Cowboy, Bangkoks berüchtigtem Rotlichtviertel, stand auch noch an. Wir haben uns zwar ein bisserl verlaufen und kamen näher bei der Nana Station wieder heraus, aber auch dort gibt es genug Etablissements. Es ist schon faszinierend zuzusehen, wie sich die netten Damen dort um die meist älteren, alleinstehenden Herren kümmern. Zum Abschluss des Tages gab es noch eine schnelle Abkühlung für die Füße im Pool, bevor wir müde ins Bett fielen.

Hast du schon mal ein Viertel erlebt, das dich auf den ersten Blick durch seine Patina eher abgeschreckt, dann aber kulinarisch voll überzeugt hat?

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