Unterwegs mit der Hong Kong Tramway: Entspannte Runden durch die City

Unterwegs mit der Hong Kong Tramway: Entspannte Runden durch die City

Entspanntes Treiben mit der Hong Kong Tramway

Heute lassen wir uns einfach mal treiben und gehen ein bisserl Ding Ding fahren. So nennen die Locals hier die Hong Kong Tramway liebevoll wegen des markanten Glockengeräuschs. Diese schmalen Doppeldecker-Trams rattern schon seit 1904 über die Insel und sind echtes Kulturgut. Nachdem ich einen Fahrer gefragt habe, ist auch klar, dass wir keine Octopus Card brauchen – das ist hier zwar das kontaktlose Zahlungsmittel für eigentlich alles seit 1997, aber wir können mittlerweile auch mit unseren Kreditkarten zahlen.

Zuerst fahren wir Richtung North Point, einen Plan haben wir keinen. Gegenüber von uns in der Tram sitzt ein älterer Chinese mit einer jüngeren Thailänderin, was wirklich lustig anzuschauen ist. Die beiden machen sich einen Spaß daraus, andere Menschen zu fotografieren – unter anderem auch uns. Wir nehmen es mit Humor, die Stimmung ist einfach entspannt.

Vom Victoria Park zum Hafenbecken

Wir steigen beim Victoria Park aus und spazieren etwas umher. Dieser Park ist die grüne Lunge von Hong Kong Island, benannt nach der Queen, und seit 1957 ein zentraler Treffpunkt für Sport und Veranstaltungen.

Zuerst landen wir in einem Fleischmarkt, wo lebendige Hühner und Fische verkauft werden. Ich glaube, da würde ich zum totalen Vegetarier werden, wenn ich dort täglich einkaufen müsste. Das harte Licht in den Markthallen unterstreicht die bisserl morbide, aber authentische Atmosphäre.

Danach geht es durch Einkaufsstraßen und kleine Märkte Richtung Uferpromenade. Auf dieser Seite ist der Hafen mit allerlei alten Booten. Hier scheinen viele Leute auf Hausbooten zu leben, vor allem Sozialschwache, allerdings sind die Boote in einem eher desolaten Zustand. Die Linien der rostigen Kähne im Wasser ergeben aber ein spannendes Motiv. Hier handelt sich um einen speziell angelegten Zufluchtsort für Boote während Taifunen, der zwischen dem Victoria Park und der Cross-Harbour Tunnel-Einfahrt auf Hong Kong Island liegt.

Heute lassen wir es eher ruhig angehen, deswegen nehmen wir wieder die Tram und fahren in die andere Richtung nach Kennedy Town, um dann an der Promenade wieder zurück zu marschieren. Bis auf ein kleines Stück kann man hier immer direkt am Meer entlang gehen. Leider ist das Wetter heute nicht besonders – viele Wolken am Himmel, für Fotos zwar lässig durch die diffusen Kontraste, aber für das Riesenrad warten wir eigentlich auf besseres Licht.

Die Promenade entlang sieht man dauernd Fischer und Sportler. Sogar Hafenkino gibt es: Das Wasser in der Bucht ist heute sehr unruhig und der Captain einer kleinen Yacht schafft es einfach nicht, am Pier anzulegen.

Hafenflair und chinesische Dschunken

Wir spazieren bis zum Riesenrad und siehe da, das Wetter hat sich bisserl gebessert. Also beschließen wir doch, eine Runde mit dem Hong Kong Observation Wheel zu drehen. Die Fahrt kostet regulär 20 Hongkong Dollar, da wir aber die ganze Kabine mieten, zahlen wir 160 Hongkong Dollar (ca. 16 €), was absolut okay ist. Rund ums Riesenrad sind auch wieder einige Poser unterwegs, was lustig anzuschauen und zu fotografieren ist.

Auch die chinesischen Dschunken für Touristen sind auf ihrer Hafenfahrt unterwegs. Diese traditionellen Holzschiffe mit ihren ikonischen roten Segeln waren früher einfache Lastkähne und sind heute das Wahrzeichen von Hong Kongs maritimer Geschichte. Wenn sie so durch das glitzernde Wasser gleiten, hat das schon was Besonderes. Wir beobachten auch Wassertaxis, die nur für für 1 oder 2 Passagiere mit den Bug vorraus am Kai anlegen um die Passagiere aussteigen zu lassen.

Wir marschieren weiter Richtung Streetfood (138 Stanley St, Central), obwohl die Reiseleiterin schon seeehr müde Beine hat. Laut Internet ist das ein echter Geheimtipp. Leider haben die Stände heute nur teilweise geöffnet, aber ein Lokal in der Straße hat auch interessante Gerichte, sodass wir uns dort hinsetzen. Die Bedienung ist, naja, recht „wienerisch“ unterwegs – also eher grummelig. Einer Gruppe von Touristen ‚faucht‘ sie gleich an ‚Cash only. Cash only. Go to ATM‘ – aber das Essen ist sehr gut und auch das Bier schmeckt. Mit 27 Hongkong Dollar die Flasche ist es vor allem unschlagbar günstig.

Nach dem Essen und dem Bier ist unsere Reiseleiterin wieder gestärkt genug, um den Heimweg zum Hotel anzutreten. Die Nacht ist lau, die Luft angenehm und die Lichter der Stadt spiegeln sich in den Glasfassaden. Gute Nacht, Hong Kong – das war ein lässiger Tag und doch wieder anstrengend mit über 20000 Schritten!

Warst du schon mal mit der Tram in Hong Kong unterwegs oder bist du eher der Typ für die schnelle U-Bahn?

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