Heute haben wir mal so richtig ausgeschlafen – wahrscheinlich waren die 25.000 Schritte gestern doch ein bisserl viel für die Wadln. Völlig verdattert sind wir erst um 8:45 Uhr aufgewacht, an sowas sind wir gar nicht gewöhnt. Vor lauter Hektik haben wir sogar den Frühstückskaffee vergessen, den uns das Hotel zur Verfügung stellt. Aber egal, der Tag will geplant werden!
Ich habe mir erst mal Saily installiert, eine virtuelle eSIM, um im Notfall wenigstens ein bisserl Internet zu haben. Gebraucht haben wir es heute natürlich nicht, aber sicher ist sicher. Brigitte hat im Netz gelesen, dass es ein Hop-on Hop-off Schiff gibt, mit dem man die bekanntesten Sehenswürdigkeiten bequem abfahren kann. Und nachdem sie mir noch immer Amsterdam vorhält, wo ich nicht mit dem Schiff gefahren bin, bin ich diesmal natürlich sofort einverstanden.

Mit der BRT zum Sathorn Pier
Also geht es erst mal mit der BRT Richtung Sathorn Pier. Die BRT ist hier das Pendant zur Metro oder dem Skytrain, nur eben als Bussystem auf eigenen Spuren. Die Dame am Schalter war recht freundlich und hat uns genau erklärt, welche Stationen wir nehmen und wo wir umsteigen müssen. Obwohl wir nicht alles zu 100 % verstanden haben, hat es super funktioniert. Am Pier angekommen, kaufen wir eine Tageskarte für das Schiff für 5 € pro Person – das ist wirklich günstig, das gefällt uns!




Unsere erste Station ist Phra Arthit. Wusstest du eigentlich, dass der dazugehörige Santichaiprakarn Park das weiße Phra Sumen Fort beherbergt? Es wurde 1783 gebaut und ist eines der letzten Überbleibsel der alten Stadtbefestigung. Der Park selbst ist zwar eher klein und unspektakulär, aber der Blick auf die Rama-VIII-Brücke ist genial. Die Brücke ist nach dem Bruder des vorletzten Königs benannt, eine asymmetrische Schrägseilbrücke, die in der Sonne richtig glänzt. Viel mehr hat der Park aber nicht zu bieten. Das Viertel wirkt wie ein klassisches Aussteigerviertel – überall riecht man Gras, aber definitiv nicht das, was man mäht.






Wir essen eine Kleinigkeit in einem netten Hotel. Sehr gut war’s, aber heute haben wir ein kleines Dilemma: Es ist der 3. März 2026, ein buddhistischer Feiertag (Makha Bucha), an dem Alkohol streng verboten ist. Wir hatten uns schon auf ein kühles Bier gefreut, so ist es eben nur Tonic und Ananassaft geworden. Makha Bucha fällt auf den Vollmondtag des dritten Mondmonats und erinnert an eine spontane Versammlung von 1.250 Mönchen vor dem Buddha. Ein wichtiger Tag für die Thais, aber eben trocken für uns.
Königliche Enttäuschung und Shopping-Wahn
Es wird lustiger: Wir steigen wieder ins Boot und fahren Richtung Königspalast. Eigentlich hat es mich nicht brennend interessiert, aber wenn man schon mal in Bangkok ist, gehört das zum Pflichtprogramm. Der Palast ist seit 1782 das Herz der Stadt. Aber auch den König hat es heute nicht interessiert, dass wir da sind – er hat den Palast einfach um 12 Uhr zugesperrt. Wegen des Feiertags gab es eine Zeremonie, und der Palast blieb für Besucher fast den ganzen Tag dicht. Also marschieren wir ohne Bier bei 35 Grad völlig umsonst durch die Hitze.
Brigitte war danach so verzweifelt, dass sie sogar in ein Kaufhaus wollte – und zwar nicht in irgendeines, sondern ins ICONSIAM. Wenigstens war es drinnen kühl. Das Teil ist ein Wahnsinn: Auf sechs Stockwerken verteilen sich Luxusgeschäfte und Fressmeilen. Im Untergeschoss gibt es sogar einen Indoor-Streetfood-Market, der richtig Atmosphäre versprüht. Danach halt das Übliche: Boutiquen, Parfümerien und extrem protzige europäische Luxusmarken. Aber der Ausblick aus dem sechsten Stock auf den Chao Phraya Fluss versüßt den Aufenthalt ungemein. Nach einem gekühlten Americano geht es weiter zum nächsten Stopp.











Paparazzi-Feeling am Wat Arun
Der Wat Arun, der Tempel der Morgenröte, ist wahrlich kein Geheimtipp. Die Menschenmassen drängen sich zum Tempel, der mit seinen Millionen von Porzellanscherben aus alten chinesischen Handelsschiffen in der Nachmittagssonne funkelt. Was wir schon in Videos gesehen haben, hat sich bestätigt: Unmengen an Paaren und Damen lassen sich professionell schminken, ziehen traditionelle Thai-Kleidung an und posieren für Fotos. Wir haben ein paar gefragt, ob wir sie fotografieren dürfen und keine Absage bekommen. Ein bisserl Paparazzi-Fotos haben wir aber auch gemacht, man will ja nicht jeden fragen müssen. Der Tempel selbst ist spektakulär gebaut, ob es den Eintritt von 15 € wert ist, muss jeder selbst wissen. Wir waren fast zwei Stunden dort.











































Wir wollten eigentlich den Sonnenuntergang auf dem Boot genießen. Leider hatte das Boot Verspätung, sodass wir kaum noch einen Platz am Oberdeck bekamen und das Lichtspiel nicht mehr voll auskosten konnten. Trotzdem war es eine spektakuläre Fahrt. Wir sind noch mal hoch nach Phra Arthit und dann die ganze Strecke runter zum Asiatique The Riverfront. Das soll laut Brigitte auch ein toller Night Market sein. Ist es auch, ein altes Hafengelände der East Asiatic Company, aber ehrlich gesagt nicht so schön wie der Markt von gestern. Es gibt ein Riesenrad und viele Fahrgeschäfte, aber die Essensstände waren nicht so berauschend. Ein paar Käsebällchen haben wir probiert, aber die waren nix Besonderes.






















Zurück ging es mit dem kostenlosen Bootsshuttle von Asiatique zum Pier Sathorn und von dort mit der BRT ins Hotel. Um 22 Uhr sind wir ziemlich geschlaucht zurückgekommen. Zum Glück haben wir gestern im Seven-Eleven schon ein paar Bier für den Hotelkühlschrank gebunkert – die haben wir dann genüsslich am Pool getrunken. So schnell geht ein Tag wieder vorbei!
Ich hoffe, euch gefallen die Bilder, auch wenn ich sie am Tablet nicht immer zu 100 % perfekt bearbeiten kann. Was meint ihr, wäre euch der Trubel am Wat Arun auch zu viel oder gehört das einfach dazu?
- Saily eSIM
- Phra Arthit & Santichaiprakarn Park
- Rama-VIII-Brücke
- Grand Palace Bangkok
- ICONSIAM Shopping Center
- Wat Arun (Temple of Dawn)
- Asiatique The Riverfront
- Casa Picasso Khao San Art Hotel
