Das verlorene Glitzern von Alcúdia: Die Geschichte von Es Fogueró Palace
Es gibt auch Ecken in Mallorca, die eine ganz andere, melancholische Geschichte erzählen – die Schattenseiten des Tourismus.
Der Es Fogueró Palace in Alcúdia ist so ein Ort. Einst war er ein Tempel des Entertainments, heute ein faszinierender und doch trauriger Lost Place. Wer meine Seite besucht, erkennt sofort, dass mich verlassene Orte besonders reizen.









Vergangenheit – Glanz, Glamour und ein Traum
Man muss sich das vorstellen: 1989 wurde dieser riesige Revue‑Palast mit allem, was dazugehört, eröffnet. Die Pläne waren gigantisch! Auf der Bühne gab es eine drehbare und versenkbare Plattform, Wasserfontänen, Flamenco‑Tänzer und sogar dressierte Pferde. Bei der Eröffnung war kein Geringerer als Julio Iglesias zu Gast. Fast 2000 Menschen strömten damals hierher, um eine Show zu sehen, die auf der Nordostküste ihresgleichen suchte – ein Versuch, das erfolgreiche Unterhaltungsmodell aus Palma zu reproduzieren.



Hier noch ein paar Fotos, die ich im Netz gefunden habe: Stock Photo Es foguero
Gegenwart – Stille und Geschichten
Doch der Traum zerplatzte schnell. Bereits um 1992 war der Betrieb nicht mehr rentabel, und der Palast schloss seine Tore für immer. Zwischendurch versuchte man, ihn als Disco zu nutzen, was ebenfalls scheiterte. Seitdem steht das riesige Gebäude leer und verfällt. Die Bewohner der Umgebung nahmen alles mit, was noch brauchbar war; heute bleibt nur noch der Rohbau, übersät mit Graffitis von Street‑Art‑Künstlern.





Man spaziert über das Gelände und spürt förmlich, wie das Echo von Lachen, Musik und Applaus in der Stille nachklingt. Aus dem Showtempel wurde ein Mahnmal der Vergänglichkeit. Der Ort wird heute von obdachlosen Menschen als Unterschlupf genutzt. Es ist traurig, wenn man bedenkt, wie viel Glanz hier einst herrschte. Der Palast erzählt nun eine ganz andere, viel menschlichere Geschichte: ein Ort, der nicht mehr glänzt, aber dennoch Schutz und Zuflucht bietet. Er ist ein Zeugnis der Zeit, ein vergessener Riese, der uns daran erinnert, dass selbst die größten Träume zerbrechen können.




Wir sprachen mit einem Mann, der aus dem Senegal nach Mallorca kam und nun hier mit anderen ein Leben führt. Einer von ihnen hat offenbar eine Arbeit, doch das Einkommen reicht nicht für eine Wohnung – das ist wirklich traurig. Diese Menschen kommen mit einem Traum nach Europa, nur um hier eine bedrückende Existenz zu führen. Mindestens vier Obdachlose waren bei unserem Besuch anwesend; sie waren freundlich und nie aufdringlich, obwohl wir ihr Gebiet betraten.




Man kann noch die Tribünen, die Bühne und Teile der Wasserspiele erkennen. Das Dach ist löchrig – es bleibt abzuwarten, wie lange es noch steht.
Quelle alte Bilder