Weder der Strand dorthin noch das Dorf selbst wirken besonders gepflegt. Ganz im Gegenteil: Viele Gebäude verfallen und es liegt extrem viel Müll herum. Am Hafen werden Fische getrocknet – bei dem intensiven Geruch vergeht uns ehrlich gesagt der Appetit auf Fisch. Aber irgendwie ist es trotzdem interessant: Ein Fischer, der unter seinem auf Stelzen gebauten Haus sein Netz repariert, eine Dame, die Muscheln am Strand für die Touristen klaubt, ein toter Kugelfisch im Sand oder die Hähne, die stolz am Pier herumspazieren. Es wirkt alles sehr marodig und morbid, aber genau das macht es so spannend.






















Das Frühstück genießen wir dann wieder direkt am Meer. Das ist wirklich lässig, man kann direkt im Sand sitzen. Unser Hotel ist zwar in der Nacht ein bisserl laut, aber es passt trotzdem. Alle sind freundlich, man bekommt alles, wenn man fragt, und das Frühstück ist okay.
Danach beschließen wir, zum Central Samui zu fahren. Das ist das größte Einkaufszentrum der Insel, direkt im Herzen von Chaweng. Es wurde als Open-Air-Mall konzipiert, damit man beim Shoppen trotzdem die tropische Brise spürt. Wir finden dort in der Tiefgarage schnell einen Platz. Das Center ist riesig, aber es gibt überraschend wenig Schuhgeschäfte – und wenn, dann meistens nur Plastik-Schlapfen wie Crocs oder Flip-Flops. In einem Sportgeschäft werde ich dann aber doch fündig und kaufe Sandalen in meiner Größe zu einem fairen Preis.





Später spazieren wir ein bisserl durch den Ort. Es ist hier sehr touristisch, schaut aber recht nett aus – eigentlich genau das, was wir uns von Koh Samui erwartet haben. Fußläufig ist der Chaweng Beach zu erreichen. Mit seinen sieben Kilometern Länge ist er der bekannteste Strand der Insel. Die Wellen sind cool, der Sandstrand weitläufig und dementsprechend viele Menschen tummeln sich hier. Aber der Strand ist sehr gepflegt und das gefällt uns. Wir setzen uns in ein Restaurant und trinken ein Bier. Das Lokal weiß die Lage zu schätzen: Mit gut 6 € ist es das teuerste Bier, das wir bisher in Thailand hatten. Aber die Atmosphäre ist es wert – wir beobachten die Leute am Strand.








Und entdecken sogar Eichhörnchen, die hier mit Bananen gefüttert werden.




Kultur, Weed und die Tücken des Verkehrs
Irgendwann fahren wir weiter in den Nachbarort. Dort gibt es – oh Überraschung – eine heilige Stätte: den Guan Yu Koh Samui Shrine. Wusstest du, dass die imposante Bronzestatue des chinesischen Kriegsgottes Guan Yu fast 12 Meter hoch ist? Sie soll Loyalität und Rechtschaffenheit symbolisieren und erinnert an das Erbe der chinesischen Einwanderer auf der Insel. Außer der Statue gibt es dort aber eher wenig zu sehen.



Was man in Thailand derzeit an jeder Ecke merkt: Cannabis (Weed) ist seit 2022 legalisiert. Dementsprechend viele Shops gibt es hier und es riecht oft danach. Komischerweise stört mich dieser Geruch gar nicht. Wir schauen kurz in einen der Shops und beobachten, wie geschickt ein Joint gedreht wird. Wir hoffen, dort auch andere interessante Essens-Lokale zu finden, aber leider liegt das einzige ansprechende direkt an der Straße. Komischerweise gibt es auch Benzin in Flaschen zu kaufen, Benzinflaschen (meist 1 Liter) am Straßenrand auf Koh Samui sind eine bequeme, aber oft teurere Notlösung. Das Benzin ist oft qualitativ minderwertig oder verunreinigt, was zu Motoraussetzern führen kann. Wir werden es nicht ausprobieren.








Also auf zum Nathon Pier, dort gab es ja gestern diesen interessanten Food Market. Obwohl es nur 15 km sind, zeigt das Navi fast 30 Minuten an – und es staut sich tatsächlich ordentlich. Zwischendurch regnet es immer wieder, aber als wir ankommen, ist es trocken. Leider finden wir keinen Parkplatz. Das ist der einzige Nachteil am Auto, ansonsten bin ich froh, dass wir kein Motorrad genommen haben. Der Verkehr ist ziemlich irre und die Straßen werden bei Regen rutschig. Das Wetter diese Woche ist leider unbeständig; heute hatten wir schon dreimal Regen und ein Gewitter ist glücklicherweise an uns vorbeigezogen.
Wir fahren auf gut Glück weiter, bis Brigitte auf der linken Seite ein paar Lokale entdeckt. Es sind drei nebeneinander, aber nur das mittlere ist besucht. Wir entscheiden uns bewusst für eines der leeren Lokale und werden mit einer tollen Aussicht belohnt. Vor der Tür steht ein alter Datsun, der mit den Wolken und der tiefstehenden Sonne super interessant aussieht.


Der Sonnenuntergang ist zwar nicht perfekt, aber die Lichterstimmung und die Wolken spiegeln sich lässig in den Pfützen, die die Ebbe hinterlassen hat. Hunde und Leute spazieren im Sand, wo sonst das Meer ist. Ein perfekter Abschluss für diesen Tag. Das Essen ist auch ordentlich. Da wir mit dem Auto unterwegs sind, bleiben wir bei Tonic und Kokosnusswasser. Wie gesagt, der Verkehr ist anstrengend: Mopeds überholen links und rechts, und die Lichter unseres Toyotas sind nicht gerade die besten. Aber wir kommen gut ins Hotel zurück, genießen jetzt ein Bier und schreiben diesen Blog.






Hast du auch schon mal einen Ort erlebt, der gleichzeitig marode und trotzdem total faszinierend war?

