Koh Samui Süden: Entdeckungsreise zwischen Fischerbooten und Regengüssen

Koh Samui Süden: Entdeckungsreise zwischen Fischerbooten und Regengüssen
Unterwegs im wilden Koh Samui Süden

Heute wach ich ein bisserl zu spät auf für den Sonnenaufgang, erst um 7 Uhr – das ist für mich relativ lange. Aber ich habe nichts versäumt, der Horizont ist schon wieder voller Wolken. Eigentlich sagt die Vorhersage heute schönes Wetter voraus, aber wieso ist das mit den Wetterberichten oder „Meterolügen“ immer so eine Sache? Das Koh Samui Wetter zeigt sich heute jedenfalls von seiner unbeständigsten Seite.

Wir starten den Tag wieder mit einem Spaziergang am Strand, müssen aber vorzeitig abbrechen, da es zu tropfen anfängt. Und wirklich: Diesmal wird es ein schöner Schütter. Mindestens eine Stunde gießt es aus vollen Kübeln. Die armen Hotelangestellten haben gerade erst den Strand vom Müll befreit, und jetzt treibt das Meer schon wieder neuen Unrat an den Sand. Unser Frühstück müssen wir heute unter Dach einnehmen – es gibt wieder Chicken Curry und English Breakfast.

Die ruhige Seite der Insel: Bang Kao Beach

Heute wollen wir mal den Koh Samui Süden erkunden und ich gebe eine Bucht ins Navi ein. Zuerst fahren wir durch die Hügel, da merken wir wieder, wie schwach der Toyota ist; er quält sich richtig die Steigung hoch. Wir parken in der Nähe eines Hotels und dort dürften auch einige Aussteiger wohnen, da teilweise die Briefkästen mit deutschen Namen beschriftet sind.

Generell scheint dieser Teil der Insel ländlicher zu sein.

Zwischendurch sehen wir eine Gruppe Quadfahrer, aber ausser das sie sich dauernd selbst fotografieren schaut es nicht sehr spannend aus.

Wir fahren planlos weiter und landen am Bang Kao Beach. Wusstest du eigentlich, dass dieser Küstenabschnitt zu den ältesten besiedelten Regionen der Insel gehört? Während im Norden der Tourismus boomte, blieb es hier lange ruhig. Ganz in der Nähe steht die berühmte Laem Sor Pagode, die mit ihren gelben Ziegeln direkt am Wasser leuchtet und als Schutz für die Fischer gilt. Der Strand hier ist ziemlich verlassen, schaut aber recht nett aus. Es gibt auch einige Häuser, entweder Ferienhäuser oder für Einheimische – jedenfalls sind sie sehr gepflegt. Generell gefällt uns der Südteil der Insel bis jetzt sehr gut; es ist nicht so chaotisch und dreckig wie im Mittelteil. An diesem Strand gibt es auch einen verrosteten Spielplatz und ein paar religiöse Figuren.

Hafenflair am Thong Krut Pier

Es geht weiter Richtung Thong Krut Pier. Wir schauen einfach auf Google Maps, was es Interessantes geben könnte, und der Ort flasht uns. Thong Krut ist im Kern ein traditionelles Fischerdorf geblieben. Von hier aus starteten früher fast alle Versorgungsboote zu den Nachbarinseln Koh Tan und Koh Madsum. Obwohl es heute ziemlich touristisch sein dürfte, da es viele Boote zu mieten gibt, schaut es voll interessant aus. Es gibt ein paar nette Bars direkt am Strand.

Die Longtail-Boote schaukeln im Wasser und laden zum Fotografieren ein. Generell wirkt es hier gepflegter als an anderen Orten auf dieser Insel. Wir genießen im Restaurant Koh Tan View zwei Iced Americanos und einen Ananas-Shake, der eine ziemliche Wucht ist. Insgesamt 210 Baht, also knapp 6 €, und eine lässige Aussicht aufs Meer – so fühlt sich Urlaub an. Wir spazieren am Strand entlang, vorbei an urigen Häusern auf Stelzen und Palmen, die fast ins Meer wachsen.

Zwischendurch immer wieder buddhistische Stätten, obwohl sie es nicht immer Ernst nehmen, ob es an der Nähe zum Weed liegt?

Drohnen-Drama an der Coral Cove

Wir geben die Coral Cove Beach als nächstes Ziel ein. Das liegt wieder Richtung Norden. Als wir starten, fängt es gerade wieder zum Regnen an. Diesmal nicht viel, aber wir sind trotzdem glücklich, im Auto zu sitzen. Auf dem Weg dorthin sind wir noch froher darüber, da wir schon wieder an einem Mopedunfall vorbeikommen. Der Verkehr hier ist ein Wahnsinn; man muss extrem aufpassen, links und rechts überholen sie dich ohne Gnade.

Wir verpassen die Einfahrt zur Beach und müssen umdrehen. Die Einfahrt geht ziemlich steil nach unten, ein Thai weist uns ein. Viele Parkplätze scheint es hier nicht zu geben. Der Strand selbst ist spektakulär: extreme Wellen, links und rechts markante Granitfelsen, aber nur ca. 100 Meter breit. Diese Bucht ist berühmt für ihre kristallklare Sicht bei ruhigem Meer, aber heute zeigt die Natur ihre Zähne.

Eigentlich wollten wir was trinken, aber das Wetter lädt nicht dazu ein. Wir machen ein paar Fotos und beobachten einen „Wahnsinnigen“, der mit seiner FPV-Drohne über den Strand jagt. Ich verstehe ja, wenn man Aufnahmen macht und keinen belästigt, aber dieser Depp fliegt mit Karacho, streift einen Baum und schleudert seine Drohne ins Meer. Bei diesem Wellengang dachten wir, die ist weg, aber nach etwas Suchen stiefelt er tatsächlich mit dem Teil aus den Wellen. Viel zu retten wird nicht sein, aber er war happy. Mich ärgert das, weil solche Aktionen für alle Drohnenpiloten nur neue Regularien bringen. Apropos: Mit meiner 250g-Drohne habe ich hier keine Chance, der Wind ist viel zu stark. Die DJI Osmo 360 ist dafür ab und zu lustig zu verwenden.

Kulinarischer Abschluss

Nach einem kurzen Erholungsstopp im Hotel geht es wieder Richtung Thong Krut. Wir haben auf Google eine Streetfood-Küche gefunden, das Fah Sai Restaurant, das fünf Punkte hat. Als wir nachmittags vorbeigefahren sind, war es voll, jetzt sitzt nur ein Herr dort. Fünf Punkte würde ich nicht geben; der Besitzer ist zwar sehr freundlich und das Essen kommt rasch, aber es ist nicht außergewöhnlich. Pad Thai haben wir schon besseres gegessen. Wir beschließen den Abend am Strand bei dem Lokal, an dem wir schon nachmittags den Kaffee getrunken haben. Leider verschwindet die Sonne hinter dem Berg, aber wir erleben noch eine feine Abendstimmung, bevor es zurück ins Hotel geht. Servus, das war’s für heute!

Warst du schon mal im ruhigen Süden von Koh Samui oder magst du den Trubel im Norden lieber?

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