Abschied vom Koh Samui Urlaub
Das war also mein vorletzter Versuch für einen ordentlichen Sonnenaufgang in meinem Koh Samui Urlaub. Mein Biowecker hat mich brav kurz vor 6 Uhr geweckt, und vom Balkon aus hat der Himmel eigentlich recht vielversprechend ausgeschaut. Also schnell angezogen und runter an den Strand. Aber leider: Am Horizont haben sich schon wieder die Wolken gestapelt, und es gab wieder keinen der erhofften Sonnenaufgänge.







Vor dem Frühstück sind wir ein bisserl die Straße entlangspaziert. Da gibt es eine Anlage, die ausschaut wie zusammengewürfelte Container – was sie wohl auch sind. Das wollten wir uns genauer ansehen. Es scheinen recht günstige Unterkünfte zu sein; pro Würfel gibt es vier Zimmer, nur mit Tisch und Stühlen ausgestattet. Anscheinend gibt es dort auch Zeltplätze, aber auf jeden Fall nur Gemeinschaftsduschen, also alles sehr rudimentär. Auch gegenüber vom Hotel auf der anderen Straßenseite wird gerade fest gebaut. Zwischendurch immer wieder mal Verfallenes. Auch Mimosen wachsen hier, die Blätter der Pflanze ziehen sich zusammen bei Berührung.















Zum Glück konnten wir heute wieder direkt im Sand frühstücken, was wirklich nett ist. Die Bediensteten versuchen ständig, den Strandabschnitt bei unserem Hotel sauber zu halten. Zuerst wird der Müll weggeräumt und dann werden die Algen zusammengeharkt. Unser geplanter Strandspaziergang nach dem Frühstück ist dann leider ins Wasser gefallen. Es hat sich ein Gewitter zusammengebraut, und das hat sich dann extrem lange hingezogen. Eine kurze Regenpause haben wir genutzt, um zum Lamai Beach zu fahren. Dort ist es aber so eng, dass wir beim besten Willen keinen Parkplatz gefunden haben.
Regen am Grandfather Rock und Trubel im Fishermans Village
Ein bisserl genervt sind wir dann weiter zum Großmutter- und Großvater-Felsen (Hin Ta und Hin Yai) gefahren. Wusstest du eigentlich, dass diese bizarren Felsformationen laut einer Legende ein altes Ehepaar darstellen, das bei einem Schiffbruch umkam und zu Stein wurde, um ihre Liebe ewig zu zeigen? Kaum dort angekommen, hat es aber schon wieder angefangen zu regnen. Die Zufahrt ist ziemlich eng, und als ich auf einen Parkplatz gefahren bin, habe ich gemerkt, dass Brigitte schon recht genervt war – einerseits wegen dem Regen und andererseits, weil alles so matschig war. Also haben wir es bleiben lassen und sind zurück ins Hotel gefahren.
Gegen 14 Uhr hat es endlich aufgehört zu regnen und es hat aufgeklart. Wir sind Richtung Fishermans Village aufgebrochen, um ein bisserl zu flanieren und später den Night Market zu besuchen. Auf dieser Insel musst du für 10 Kilometer ungefähr 20 Minuten einplanen, vor allem wenn du Richtung Norden oder auf der Ringstraße fährst. Der Verkehr ist mörderisch, und wir waren wieder mal froh, ein Auto zu haben, auch wenn die Parkplatzsuche oft eine Herausforderung ist. Beim Fishermans Village kennen wir den Parkplatz aber schon und haben leicht einen Platz gefunden






















Am Nachmittag ist die Straße dort noch befahrbar, und die ganzen Lieferdienste zwängen sich durch die engen Gassen. Trotzdem ist es schön, dort spazieren zu gehen. Wir haben uns wieder in das gleiche Lokal wie letztes Mal gesetzt, um ein Bier am Strand zu trinken. Das Wetter wurde langsam besser, und wir haben unseren letzten Nachmittag am Meer genossen. Kurze Zeit später haben wir wieder das bekannte Krächzen gehört: Die zwei Papageien vom letzten Mal flogen vorbei, und kurz darauf kam auch der Besitzer und hat sich wieder vor unser Lokal gesetzt. Diesmal war er etwas besorgt, weil zwei Raubvögel kreisten. Wir haben die Atmosphäre genossen und sind dann den Strand entlangspaziert, um Leute zu beobachten. Bei unserem Bierlokal gibt es sogar eine Wasserstelle, wo man sich die Füße waschen kann – sehr praktisch.








Zurück in der Straße hat sich der Verkehr beruhigt, und die Stände haben ihr Geschäft begonnen. Wir sind Richtung Markt gewandert, aber der war geschlossen – anscheinend gibt es den am Samstag nicht. Obwohl es hier nicht so offensichtlich ist wie in anderen Teilen Thailands, gibt es auch hier Sextourismus; man sieht immer wieder Europäer mit jungen Thai-Frauen.











Als Alternative zum Markt sind wir zum Samui Center gefahren. Das Central Samui ist eine riesige Open-Air-Mall, die 2014 eröffnet wurde. Sie ist wirklich wunderschön mit viel Grün und tropischem Flair angelegt, fast wie ein kleiner Park. Auch hier haben wir für die paar Kilometer fast eine halbe Stunde gebraucht, weil es sich so gestaut hat. Wir sind an einigen interessanten Märkten vorbeigekommen, konnten aber nirgends stehen bleiben, weil alles zugeparkt war. Beim Samui Center haben wir aber bequem einen Tiefgaragenplatz bekommen.
Dieser Nightmarket dort ist wieder was ganz anderes. Es ist zwar voll, aber nicht so extrem wie im Fishermans Village. Es gibt viele Essensstände, aber auch Souvenirs und Bekleidung. Wir haben sehr gute gebratene Nudeln mit Gemüse gegessen und gebratene Dumplings, gefüllt mit Shrimps, Huhn oder Gemüse. Auch eine Ice Roll haben wir probiert. Das ist dieses populäre Streetfood, bei dem die Eismasse auf einer eiskalten Metallplatte direkt vor deinen Augen mit Spachteln zerkleinert, verstrichen und dann zu dünnen Rollen geschabt wird. Schaut toll aus, aber wir merken immer mehr, dass uns das meiste einfach zu süß ist.







Bei einem letzten Leo-Bier auf unserem Hotelbalkon im Baan Ampai haben wir Resümee gezogen. Wegen dem Meer allein würde ich nicht nach Koh Samui fliegen; es hat uns zwar im Laufe der Woche immer besser gefallen, aber eher die Gegend als das Wasser. Bei unserem Hotel ist der Strand durch die Lage oft ein bisserl dreckig. Trotzdem waren wir glücklich mit der Hotelwahl, weil wir zentral für Ausflüge lagen, und auch das Mietauto war die richtige Entscheidung.
Der Sprung nach Singapur
Auch der letzte Tag hat leider keinen Sonnenaufgang gebracht. Wir waren ein letztes Mal am Strand und eigentlich sehr traurig, dass wir Koh Samui schon verlassen müssen. Die Kellnerin hier war sehr nett und hat sich sogar fotografieren lassen.






Die Fahrt zum Flughafen wurde dann etwas chaotisch: Erst haben wir aufs Tanken vergessen, dann mussten wir einen Umweg von fast 3 Kilometern fahren, um das Auto vollzutanken, und dann habe ich noch die falsche Europcar-Adresse eingegeben. Aber um 11:30 Uhr haben wir das Auto endlich abgeliefert und sind zum Check-in. Das ist hier recht eigenwillig gelöst: Der Check-in ist 600 Meter vom Gate entfernt und irgendwie chaotisch. Wir haben gefühlt 45 Minuten gebraucht, um die Koffer aufzugeben, obwohl nur ein paar Leute vor uns waren. Der Flug hatte etwas Verspätung, aber dann sind wir Richtung Singapur abgehoben. Der Airbus war schon etwas älter, aber die Stewardessen waren recht freundlich und es gab sogar wieder etwas zu essen, auch wenn es eher nur nahrhaft war. Dafür haben wir aber ein letztes thailändisches Bier bekommen.






Der Flug war unspektakulär, nur vor Singapur haben wir hunderte Tanker vor Anker liegen sehen. Ob das was mit den aktuellen politischen Spannungen zu tun hat, ist mir nicht bekannt. Am Singapurer Flughafen sind wir gefühlt ewig gewandert, bis wir zum Gepäckband kamen. Unsere Koffer waren die letzten und wurden schon vom Band genommen. Mit der MRT, der hochmodernen Metro in Singapur, ging es Richtung Orchard Road, wo unser Hotel ist. Ohne Navi hätten wir es nicht gefunden, aber nach einem kurzen Fußmarsch waren wir da. Das Hotel ist riesig, insgesamt 28 Stockwerke – wir sind im 21. Stock und haben einen geilen Ausblick.



Nach einer kurzen Erfrischungspause ging es raus in die Stadt. Die Orchard Road ist das absolute Geschäftszentrum von Singapur, geprägt von wahnsinnig vielen Hochhäusern. Es ist ganz anders als Bangkok: weniger hektisch, weniger laut, weniger dreckig. Aber es gibt auch weniger Kulinarik, weniger Streetfood und das Bier ist teuer. Der erste Eindruck ist ambivalent – ob es uns wirklich gefällt, werden die nächsten Tage zeigen. Servus, das war’s für heute!



Wärst du eher Team Strandruhe auf Koh Samui oder Team Großstadtdschungel in Singapur?

