Der Tag beginnt heute wieder bisserl früher, schon kurz vor 6 Uhr bin ich wach und beschließe, mir den Sonnenaufgang anzusehen. Leider lässt mich der Himmel heute im Stich, es ist ziemlich wolkenverhangen und das Licht wirkt eher fahl statt golden. Der Strand ist leider noch dreckiger als sonst – die Flut treibt Netze, Eimer und anderen Unrat ans Ufer, was nach dem letzten Sturm leider keine Seltenheit ist. Und das Vergraben des Mülls ist auch keine langfristige Lösung.










Wir beschließen daher, den Vormittag gemütlich im Hotel zu verbringen und erst später Richtung Fisherman’s Village Koh Samui zu fahren. Unser Hotel ist wirklich fein, die Leute sind extrem höflich und zuvorkommend. Das Zimmer ist ausreichend, und obwohl der Straßenlärm eigentlich laut ist, stört er uns in der Nacht witzigerweise kaum – Ohropax sei Dank! Das Frühstück ist eine Wucht: Es gibt zwar nur sechs verschiedene Gerichte zur Auswahl, aber jedes davon ist köstlich. Man kann sogar Curry oder ein Porridge mit Shrimps und Ei bestellen. Ein herzhafter Start in den Tag, der richtig gut schmeckt.



Ein Abstecher und alte Holzfassaden im Fisherman’s Village Koh Samui
Bevor es zum Flanieren geht, schauen wir kurz beim Cinnemon Village vorbei. Das Hotel hatte Brigitte in der engeren Wahl, aber die Rezensionen sagten schon, dass es ziemlich abseits vom Schuss liegt. Und wirklich: Man kurvt über kleine Nebenstraßen, bis man ankommt. Ohne eigenes Moped oder Auto wäre man dort komplett verloren. Die Anlage wirkt zwar nett, aber wir sind mit unserer Wahl im Nachhinein viel zufriedener. Danach geht es endlich zum Fisherman’s Village in Bophut. Wusstest du eigentlich, dass dieser Ort früher das Herz der Fischergemeinde auf der Insel war? Viele der alten Holzhäuser wurden von chinesischen Einwanderern erbaut, was diesen besonderen Mix aus rustikalem Western-Stil und asiatischer Tradition erklärt. Am frühen Nachmittag ist es hier richtig angenehm. Der Night Market ist abgebaut, die Linien der alten Fassaden kommen ohne die Verkaufsstände viel besser zur Geltung. Es macht einfach Spaß, durch die Gassen zu flanieren.



















Zwischendurch sieht auch Stencil Art. Diese Technik ist ein Teilbereich der Street Art. Dabei wird das Motiv zuerst auf Papier oder Pappe vorgezeichnet und ausgeschnitten. Die so entstandene Schablone wird dann an die Wand gehalten und mit Sprühfarbe oder Farbe und Rolle ausgefüllt.



Besonders fasziniert hat mich ein abgebranntes Schneidergeschäft – ein bisserl morbider Charme zwischen den schicken Boutiquen, den ich natürlich gleich fotografieren musste.








Der Strand in der Bucht von Bophut ist heute ruhig, nur vereinzelt sieht man Schwimmer im Wasser. Alles wirkt hier sehr sauber und gepflegt. Gestern hatten wir schon ein Lokal mit einer Terrasse direkt am Strand entdeckt, dort zieht es uns jetzt hin. 110 Baht für eine kühle Flasche Leo-Bier – da kann man echt nicht maulen! Während wir die Leute beobachten, landen plötzlich zwei prachtvolle Papageien auf dem Baum vor unserer Bar. Ganz frei sind sie nicht, kurz darauf kommt der Besitzer mit einem Gestell. Das Schöne: Er verlangt kein Geld von den Touristen, die Fotos machen oder die Vögel füttern. Er wirkt einfach nur stolz auf seine Tiere.















Italienische Momente und der echte Markt in Nathon
Weil es so gemütlich ist, gönnen wir uns noch einen Aperol Spritz mit italienischen Tapas in einer Bar ein paar Meter weiter. Die Qualität der Tapas ist ordentlich und der Ausblick auf das Meer einfach lässig. In der Ferne scheint es geregnet zu haben, denn plötzlich spannen sich zwei Regenbogen über den Nachbarinseln auf – ein magischer Moment!




Unser eigentliches Ziel für das Abendessen ist heute aber Nathon. Während das Fisherman’s Village eher touristisch schick ist, ist Nathon das administrative Zentrum der Insel und wirkt viel ursprünglicher. Der dortige Night Market ist das genaue Gegenteil von Bophut: Hier kaufen vor allem Einheimische ein. Man sieht Leute, die säckeweise in Plastik verpacktes Essen nach Hause schleppen. Wir probieren Krabbe und Reis, im Bananenblatt gegart. Mir schmeckt es hervorragend, Brigitte ist es eine Spur zu scharf. Die frittierten Süßkartoffelbällchen sind der Wahnsinn, nur der frittierte Tofu blieb an mir hängen – der war gar nicht Brigittes Fall.








Zum Abschluss gab es noch ein Cornetto vom 7-Eleven, das wir uns aber hätten sparen können. Entweder schmeckt uns das Eis generell nicht mehr so wie früher, oder die Rezeptur ist hier einfach anders. Auf dem Nachhauseweg sind wir wieder mal froh ein Auto zu haben, bei der Dunkelheit und dem quirligen, hektischen Verkehr sind mir vier Räder und eine Karosserie lieber. Leider sehen wir ein zertrümmertes Moped, das in einen Pickup gefahren sein durfte. Ich hoffe nur es ist nicht allzuviel passiert, den Helme sind hier die Ausnahme und die Kleidung isz teilweise sehr sommerlich. Zurück im Hotel beenden wir den Abend so, wie es sich gehört: am Strand mit einem kühlen Leo und dem Schreiben dieser Zeilen. Da schaust, das war’s für heute!
Warst du schon mal auf einem Markt, der so richtig lokal war, oder zieht es dich eher in die schickeren Viertel?
- Offizielle Infos zum Fisherman’s Village (Tourism Thailand)
- Guide zum Nathon Night Market
- Wissenswertes über Nathon

