Radeln auf Bahntrassen und Bier aus Brunnen

Radeln auf Bahntrassen und Bier aus Brunnen

Wo früher schweren Dampflokomotiven die Puste ausging, rollen heute entspannt die Räder: Die Štrekna gehört zu den spektakulärsten Bahntrassen-Radwegen Mitteleuropas. Auf rund 35 Kilometern führt die komplett asphaltierte Route durch die malerische Region Koroška (Slowenisch-Kärnten) und das Šaleška-Tal.

Radeln auf Geschichte: Die Štrekna

Der Name Štrekna verrät bereits die Herkunft: Er leitet sich vom alpenländischen Wort „Štreka“ (für Eisenbahnstrecke) ab. Die Trasse wurde bereits in der K&K-Zeit gebaut und eröffnet, bevor sie Ende der 1960er Jahre wieder stillgelegt wurde. Um das historische Erbe zu bewahren, verwandelte man die alte Strecke schrittweise in einen modernen Radweg. Mit der Fertigstellung des letzten Teilabschnitts durch die spektakuläre Schlucht Huda Luknja bietet die Štrekna heute ein durchgängiges, kreuzungsfreies Fahrerlebnis durch restaurierte Tunnel, Steinbrücken und Viadukte.

Eigentlich führt der Weg von Dravograd bis Velenje (oder umgekehrt), aber wir fahren dieses Mal nur bis nach Slovenj Gradec. Wir parken in der Nähe des Interspar in Velenje, wo es viele freie Parkplätze gibt. Die Parkgebühr von knapp 3 € bezahlen wir mit der Easy Park-App – wirklich easy.

Hinter dem Interspar geht der Radweg auch schon los und wir radeln Richtung Norden. Die Strecke führt durch einige Tunnel, die glücklicherweise alle beleuchtet sind; der längste ist ca. 500 m lang. Die Route steigt moderat, aber ich merke einmal wieder: Alter, du musst echt was für deine Kondition tun! Es geht neben einem Bach entlang, durch kleine Dörfer, ca. 15 km bis Mislinja – leicht bergauf – und dann rollt es entspannt bis Slovenj Gradec. Die 10 km bergab dürfen wir ja wieder retour radeln, diesmal jedoch bergauf und mit Gegenwind. Aber dafür rollt es dann wieder bis Velenje. Uns gefällt die Strecke sehr und wir planen, sie nächstes Jahr nochmals zu fahren – mit mehr Zeit und bis ganz nach Dravograd.

Ein Abstecher zum „Grünen Gold“ in Žalec

Bevor es heimgeht, ist noch ein Abstecher zum Bierbrunnen in Žalec geplant. In der kleinen slowenischen Stadt im Unteren Savinja-Tal wird der Begriff „öffentlicher Wasserspender“ völlig neu definiert: Hier sprudelt aus dem Brunnen „Zeleno zlato“ (dt. Grünes Gold), frisches Bier lokaler Mikrobrauereien. Als erster Bierbrunnen Europas kombiniert das Projekt auf eine feine Weise den traditionellen Hopfenanbau mit modernem Genusstourismus.

Beim Riza Kebab holen wir uns eine leckere Kebab Box, bevor wir zum Bierbrunnen gehen und versuchen, unsere Gläser zu füllen. Aber nichts geht – wie sich herausstellt, hat jeder Krug mit einem Chip ein Guthaben von 10 x 0,1 l Bier. Nach einer kurzen Diskussion mit dem Verkäufer wissen wir nun folgendes:

  • Kauft man einen Krug mit Chip, muss man das Guthaben an dem Tag aufbrauchen, an dem man den Chip zum ersten Mal benutzt.
  • Kauft man einen Refill-Chip ohne Krug, gilt dieser aber nur an diesem Tag.

Der Verkäufer tauscht uns die Krüge aus und dem grünen Glück steht nichts mehr im Weg. Wir genießen die Herbstsonne, den Kebab und Hopfen-Elektrolyte. Ein würdiger Abschluss des Tages und des Urlaubs.

Fazit: Die Kombination aus Technikgeschichte und slowenischer Gemütlichkeit ist echt lässig. Warst du schon mal auf einer Bahntrasse mit dem Rad unterwegs?

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