Von stressigem Flug zu sonnigen Stränden: Unser chaotisch‑charmer Start in den Urlaub auf Mallorca
Der Flug nach Mallorca ist unbequem, minimaler Platz wird für jeden Passagier eingerechnet. Das ist der Nachteil einer Billig‑Airline, aber in zwei Stunden sind wir in Palma. Die Anreise zum Grazer Flughafen war mit der ÖBB stressfrei. Der Flughafen in Palma ist extrem groß, und der Fußmarsch zur Gepäckausgabe kommt uns ewig vor. Vor der Autovermietung folgt der nächste Schock: zwei Reihen stellen sich beim Schalter an. Eine Stunde warte ich auf die Papiere, danach geht es fast zu schnell; ohne Einschulung wird uns das Auto übergeben. Planlos sitzen wir im Auto, einem Omoda 5, und schauen uns die Instrumente und Hebel an. Der Ganghebel ist dort, wo sonst die Scheibenwischer‑Kontrollen sind, und das haben wir im Halbdunkel der Garage nicht sofort gesehen.




Aber dann geht es los auf die M‑1 Richtung Andratx, zumindest denken wir das. Unser Ziel, das Hostal Catalina Vera, finden wir nach etwas Herumirren und Herumtragen. Das Google‑Navi ist in diesem Fall keine große Hilfe, aber wir finden es. Die Rezeptionistin, eine etwas ältere Dame, empfängt uns freundlich und führt uns mühsam zum Zimmer. Am nächsten Tag erfahren wir von Pablo, dem Besitzer, dass es seine Mutter ist und er die dritte Generation ist. Gemeinsam mit seiner Schwester betreibt er das Hostal. Das Gebäude ist sehr spanisch, beziehungsweise so, wie wir uns spanische Gebäude vorstellen. Viele Teile sind noch Original aus dem Gründungsjahr 1943. Damals nahm die Großmutter Kriegsflüchtlinge auf und beherbergte sie gegen gutes Geld. Im Lauf der Jahre wurden immer mehr Anbauten errichtet, auch der Pferdestall, auf dem unser Zimmer liegt.






Nach unserer Ankunft eilen wir natürlich ans Meer, um ein Bier zu trinken. Das Lokal Tim ist nett und hat eine schöne Lage, aber man zahlt dort 22 € für drei Bier.

Wir spazieren etwas herum und schauen uns die Gegend an.Der Hafen liegt eingebettet zwischen zerklüfteten Kalksteinfelsen und üppigem Pinienwald – ein Bild, das fast zu perfekt scheint, um wahr zu sein. Die Bucht wird jedoch zunehmend zugebaut; obwohl noch viele alte Häuser vorhanden sind, gibt es leider einige hässliche, moderne Bauten.Luxuriöse Yachten liegen neben bunten Fischerbooten, und das Kopfsteinpflaster der Promenade lädt zu einem gemütlichen Spaziergang ein. Man kann in einem der vielen Straßencafés ein kühles Getränk schlürfen, während man den Blick über das glitzernde Blau des Mittelmeers schweifen lässt. Am Abend verwandelt sich die Bucht in ein Lichtermeer: Restaurants öffnen ihre Terrassen, die Luft riecht nach gegrilltem Fisch und frischem Knoblauch, und das leise Murmeln der Gäste mischt sich mit dem sanften Rauschen der Brandung.











Wir entscheiden uns für das Bella Ciao in der Fußgängerzone; dort ist es wirklich nett und gut, vor allem die charmante Dame, die uns bedient, hat einen guten Eindruck hinterlassen. Obwohl wir zu viel gegessen hatten, war das ein toller Abschluss für den ersten Tag.

Nach dem Frühstück spazieren wir auf die andere Seite des Hafens, zum Leuchtturm Port d’Andratx. Auf dieser Seite dürfte die Saison bereits vorbei sein, da wenige Touristen unterwegs sind und vieles repariert wird, wobei manche Arbeiter schon um zehn Uhr Siesta machen.








Nach einer Erfrischungspause im Zimmer geht es nach St. Elm. Es liegt etwas abseits der touristischen Trampelpfade, und genau das macht den Charme aus. Hier findet man schmale Gassen, die von alten Steinhäusern gesäumt sind, deren Fassaden von wilden Bougainvillea‑Ranken umarmt werden. So steht es zumindest im Reiseführer, aber sowohl der Strand als auch der Parkplatz sind gut besucht. Mit Mühe und Not ergattern wir einen Platz. Der Ort ist zwar nett, aber die Hotelburgen eher nicht; es gibt eine kleine Straße mit Cafés, Restaurants und Shops und ein paar nette Spots, mehr jedoch leider nicht.









Also weiter nach Peguera. Peguera ist das, was man sich unter „Familienstrand“ sofort vorstellt: feiner goldener Sand, flaches, türkisblaues Wasser und ein lebhaftes Treiben, das sowohl Kinder als auch Erwachsene begeistert. Die Strandpromenade ist gespickt mit Eiscreme‑Ständen, Souvenirshops und kleinen Bars, in denen man einen erfrischenden Sangria genießen kann, während man den Blick über das endlose Blau schweifen lässt. Wir kehren zuerst in ein Café ein, um die Toilette zu benutzen und ein Getränk zu nehmen, werden aber ignoriert, bis wir genervt weitergehen.





Danach finden wir jedoch eine nette Bar, wo wir von der Terrasse lässig das Strandleben beobachten können; dort gibt es viel zu sehen, unter anderem drei Damen, die mehrfach ihre Kleider wechseln und am Strand eine Art Modeschau aufführen.





Wir beschließen, Richtung Hostal zu fahren, aber beim Restaurant Rendezvous kehren wir trotzdem nochmals ein. Tapas fallen uns ins Auge, und wir entscheiden uns, heute früher und weniger zu essen. Auch diesmal essen wir sehr gut, und die Aussicht auf den Strand ist nett.




Der Ort selber ist eine Mischung aus Hotels, Fressmeile und Shops, nicht wirklich schön, wenig uriges.






Den Abend lassen wir beim Schreiben dieses Beitrags, beim Planen der nächsten Aktivitäten und bei einem Glas Rotwein ausklingen.
Links