| |

Weihnachtszauber in Piran & Portorož: Lichter, Wind und das alte Salzlager

Als Grinch (und Brigitte habe ich mittlerweile auch angesteckt) geht es am 24ten wieder ans Meer. Wir starten in Piran, wo die Altstadt in der Adventszeit zu einem gemütlichen Lichtermeer wird. Die engen Gassen, die von den typischen roten Ziegeldächern überragt werden, sind mit Lichterketten und kleinen Dekorationen geschmückt. Auf dem Tartini‑Platz – benannt nach dem berühmten Violinisten Giuseppe Tartini – gibt es einen Mini‑Weihnachtsmarkt, der wegen der Sturmböen leider geschlossen ist. Es ist so windig, dass wir uns bald ins Café Teater verziehen; das ist unser erstes Mal im Lokal – außen ist es diesmal zu kalt. Trotzdem ist es nett, vor allem weil der Ober einen schönen Schwips hat (feiert den Heiligen Abend schon vor) und seine Kollegin sichtlich genervt ist.

Einquartiert sind wir im Hotel Tartini, das einen schönen Blick auf den Platz bietet. Wir entspannen etwas im Zimmer, bevor wir erneut in die Kälte gehen. Es ist schön, aber ungemütlich, also suchen wir ein Lokal; unser Wunschlokal ist geschlossen – wir brauchen eine Alternative. Wir entscheiden uns für das Pavel I, das Essen ist gut und das Preis‑Leistungs‑Verhältnis stimmt – leider ist das Lokal etwas zugig, ist halt doch eher für den Sommer ausgelegt.
Wir lassen den Abend im Zimmer ausklingen, bei schwedischen Liedern und griechischen Landschaften (Mamma Mia im TV). Draußen ist wegen des Wetters kaum etwas los.

Ein kurzer Aufstieg zur St. Georgs‑Kirche oben auf dem Hügel lohnt sich immer: Die Kirche ist festlich beleuchtet und bietet einen weiten Blick über das glitzernde Adriamar. So starten wir den nächsten Tag nach dem Frühstück – perfekt, um die Stimmung über dem Hafen zu genießen.

Die Sonne kommt hervor, doch der Wind bleibt stark; der nördliche Teil von Piran wird vom Wind gepeitscht, und die Wellen schleudern Krebse und Steine auf die Promenade. Wer nicht aufpasst, wird selbst überschwemmt.

Doch es wird sonniger, also beschließen wir nach dem Checkout, das Gebäck zum Auto ins Parkhaus zu bringen und dann Richtung Portorož zu gehen. Parken ist hier nicht billig, aber über das Hotel erhalten wir einen günstigeren Tarif (22 € statt 32 €). Wir wandern vorbei an den Bernadin‑Hotels in Richtung des alten Salzlagers. In den windstillen Ecken ist es angenehm, und wir genießen die Meeresluft und das Flair.

Das alte Salzlager am Rande von Portorož wirkt auf den ersten Blick wie ein verrostetes Industriegebäude, das vom Wind über die Adria gezeichnet ist. Die Backsteine tragen noch die Spuren jahrzehntelanger Lagerung von Meersalz, das einst die ganze Küste versorgt hat.
Das Innere wird anscheinend von Grando, einem Lifestyle‑ und Kulturmagazin, das das Leben an der slowenischen Küste dokumentiert, genutzt und verwaltet. Es dient als Veranstaltungszentrum; wir sehen eine Winterlandschaft für Kinder mit Eislaufbahn.
Der Umbau war bewusst minimalistisch. Die originalen Betonbalken bleiben sichtbar, während große Fenster den Innenraum mit dem diffusen Licht des Meeres füllen. An den Außenwänden hängen Schwarz‑weiß‑Fotografien von alten Salzlagern, die den historischen Kontext bewahren.

Nach der Rückkehr zur Parkgarage machen wir noch eine kurze Abschiedsrunde über Savudrija und Umag mit dem Auto, bevor wir wieder Richtung Heimat fahren. Auf dem Weg nach Ljubljana ist das Wetter ganz okay, doch danach folgt Winterwetter mit Schneefall. Daher beschließen wir, in Maribor essen zu gehen. La Cantina steht schon länger auf unserer Liste; nach einem kurzen Spaziergang durch das illuminierte Lent und die geschmückten Gassen, vorbei am Weihnachtsmarkt, erhalten wir einen netten Platz im Lokal. Das Essen ist wirklich zu empfehlen: gutes Craft‑Beer und eine etwas andere Bruschetta, die ausgiebig und sehr gut ist. Ein würdiger Abschluss.

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert