Fotowalk durch Graz: Kontraste und Klassiker in Schwarzweiß

Fotowalk durch Graz: Kontraste und Klassiker in Schwarzweiß

Ein früher Morgen für einen Fotowalk durch Graz

Letztens war ich mal am früheren Morgen in Graz, ich hatte etwas Zeit, da Brigitte einen Termin hatte. Also nutze ich die Zeit für einen Fotowalk durch Graz. Nachdem ich geparkt hatte, ging es über den Jakominiplatz Richtung Herrengasse.

Die Weikhard-Uhr auf dem Grazer Hauptplatz ist der bekannteste und beliebteste Treffpunkt in der Grazer Innenstadt. Auch wir nutzten in unserer Jugend diesen markanten Punkt, um uns zu treffen – ganz ohne WhatsApp oder Handy, und es hat geklappt. Ein bisserl nostalgisch, wenn man so drüber nachdenkt. Durch die Sackgasse ging es Richtung Schlossberg. Markante Zunftzeichen und Fassaden bieten hier einen etwas anderen Blick auf die Stadt.

Dann geht es über die Schlossbergstiege über genau 260 Stufen im Zickzack-Weg vom Schlossbergplatz direkt nach oben zum Uhrturm. Der Weg nach oben erinnert mich daran, dass ich definitiv was für meine Kondition tun muss. Mit hohem Puls und keuchend genieße ich dann den Blick auf das Friendly Alien und über die ganze Stadt.

Auch am Schlossberg ist es noch relativ ruhig, also müssen natürlich ein paar Fotos vom Uhrturm und der Umgebung sein. Der Turm steht wie kaum ein anderes Bauwerk für zivilen Widerstand und den unbeugsamen Willen zur Selbstbestimmung. Dass er heute noch da steht, ist eigentlich ein kleines Wunder: Im Fünften Koalitionskrieg 1809 forderten die siegreichen Franzosen unter Napoléon im Frieden von Schönbrunn, dass die Festung vollständig geschleift wird. Die Grazer Bevölkerung fügte sich diesem Diktat der Großmacht aber nicht kampflos. Mit vereinten Kräften brachten die Bürgerinnen und Bürger die astronomische Summe von 2.987 Gulden und 11 Kreuzern auf, um den Uhrturm sowie den Glockenturm („Liesl“) von der Zerstörung freizukaufen. Eine feine Sache, dass sie das damals durchgezogen haben.

Wieder runter geht es über den Karmeliterplatz und Freiheitsplatz Richtung Mur, auch hier immer wieder nette Fotomotive mit tollen Linien. Generell ging es mir bei diesem Fotowalk darum, zu versuchen, in Schwarzweiß zu denken und kontrastreiche Fotos zu machen. Ich wollte einen anderen Blick auf den mir bekannten Ort werfen und nicht nur das Offensichtliche fotografieren. Das letzte Bild ist allerdings das Gegenteil von diesem Vorsatz: ein Bild der Murinsel.

Hattet ihr auch schon mal so ein Projekt, bei dem ihr eure eigene Stadt mit völlig neuen Augen gesehen habt?


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