Natürliches Licht meistern: Workshop mit Matthias Pall im Retzhof

Natürliches Licht meistern: Workshop mit Matthias Pall im Retzhof

„Fotografieren mit natürlichem Licht“ – der Titel des Workshops von Matthias Pall klingt erstmal nach allem und nichts. Doch die Organisatoren, Fritz und Uli, haben nicht zu viel versprochen: Ein Nachmittag voller Praxis, Charme und handfester Tipps, der Lust auf mehr macht.

Vom Seminarraum in die Praxis: Theorie mit Schwung

Los ging’s im schönen Seminarraum des Retzhofs – tolles Ambiente, auch wenn der Beamer die Fotos manchmal ein bisschen eigenwillig an die Wand warf. Matthias Pall erzählte lebendig von seinem Werdegang, internationalen Shootings und wie er seinen Stil gefunden hat. Keine trockene Theorie, sondern Geschichten, die neugierig machen. Und dann ging’s auch schon ans Eingemachte: Das Model Anja war mit dabei, eine echte Wucht. Sie weiß, wie man sich vor der Kamera bewegt – auch wenn sie manchmal ein bisschen zu ernst dreinschaute. Dabei hat sie ein bezauberndes Lächeln, das nur darauf wartete, eingefangen zu werden.

Beim ersten Shot dann der klassische Anfängerfehler: Blende 8 war einfach zu viel für einen weichen Hintergrund. Und generell nicht auf den Hintergund geachtet.

Aber der Fehler war schnell korrigiert, und schon flogen die nächsten Bilder in die Kamera. Selbst wir „alte Herren“ mussten ran – Horst und Uli machten als Models eine richtig gute Figur. Heraus kamen tolle Charakterporträts, die zeigten, was mit natürlichem Licht alles möglich ist.

Licht, Location, Lektionen: Vom Stiegenhaus bis zum Park

Weiter ging’s ins Stiegenhaus, wo Matthias uns zeigte, wie man Anja ins richtige Sonnenlicht setzt. Kein Studio-Equipment, nur das, was die Location hergibt. Im Park dann die nächste Lektion: An verschiedenen Spots erklärte er, worauf es ankommt, um große Studio- oder Outdoor-Lichtsets zu simulieren. Einer seiner Tipps blieb besonders hängen: den Weißabgleich fix einzustellen – das macht die Postproduktion um einiges leichter. Keiner von uns hatte daran gedacht, aber jetzt holten alle das nach.

Dann kam der Moment, den ich am wenigsten mochte: Ich musste selbst als Model herhalten. Nicht mein Ding, aber immerhin fühlte ich mich wie ein großer österreichischer Kabarettist – oder zumindest wie ein alter, zerzauster Perser. Fritz machte trotzdem wunderbare Porträts von mir, und ich staunte, was er aus dem Rohmaterial herausholte. Allerdings merkte ich auch: Ich muss noch an meinen Anweisungen arbeiten. Zu oft übersehe ich Details und lasse Potenzial liegen.

Gegenlicht, Grautöne und der „Peter Lindbergh Tunnel“

Auf der Straße vor dem Retzhof zeigte Matthias uns, wie man Gegenlicht-Porträts shootet – und wie sich der Bildlook allein durch die Brennweite verändert. Nicht nur der Bildausschnitt, sondern auch die Farben, oder in unserem Fall: die Grautöne. Ein spannender Effekt, den ich so noch nicht bewusst wahrgenommen hatte.

Kurz geht es noch in den Park, und dan in den Hof, eine der Höhepunkte: der „Peter Lindbergh Tunnel“. Wer den Namen kennt, weiß, worum es geht: eine Lichtsetzung, die an die ikonischen Schwarz-Weiß-Porträts des legendären Modefotografen erinnert. Kontrastreich, aber weich ausgeleuchtet – ein Stil, der sofort fasziniert. Wer mehr wissen will, sollte einfach mal googeln. Es lohnt sich.

Nachbearbeitung: Tipps, die man nicht verrät

Zum Abschluss gab’s noch ein paar Einblicke in die Nachbearbeitung mit Adobe Bridge und Photoshop. Welche Tricks Matthias genau verraten hat? Das bleibt sein Geheimnis – am besten besucht ihr selbst einen seiner Workshops. Ich jedenfalls bin motiviert: Der Nachmittag hat mir richtig Lust auf Porträtshootings gemacht. Und wer weiß, vielleicht klappt’s ja bald mit einem weiteren Workshop bei Matthias.

B-Roll Fotos und ein Nachsatz

Alle Fotos wurden IN S/W aufgenommen, diese JPGEs habe ich hier out of the Camera gepostet. Farbbilder wurden aus den RAWs entwickelt. Bewusst auch Fotos mit Fehlern gezeigt, da liegt der Fehler zu 100% bei mir. Aus Fehlern lernt man, hoffentlich;-).

Fazit: Ein Nachmittag, der sich ausgezahlt hat

Spannend, lehrreich und mit einer Prise Humor – so muss ein Workshop sein. Danke an Anja für ihre Geduld, an Matthias für die Tipps und an meine Freunde von den Fotofreunden Leibnitz. Ich freu mich schon auf das nächste Mal.

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