Die Motorradtour zur Adria führt durch das Herz Sloweniens
Nachdem die Suzi so lange in der Werkstatt war, wollten wir endlich wieder mal eine längere Runde drehen. Das Ziel war klar: Eine Motorradtour zur Adria, das Meer sollte es sein. Aber wir wollten nicht husch-husch über die Autobahn jagen, sondern lieber über die Pampa und quer durch Slowenien tuckern. Über den Radlpass ging es Richtung Slovenj Gradec nach Šempeter. In Žalec, dem Zentrum des slowenischen Hopfenanbaus, legten wir beim berühmten Bierbrunnen unseren ersten Stopp ein. Das Bier musste allerdings warten, da das auf zwei Rädern keine so gute Idee ist. Das Tal der grünen Goldes ist historisch tief mit dem Hopfen verwurzelt, was man an den weiten Feldern rundherum sieht.



Bei unserem letzten Besuch hatten wir dort einen Imbissstand entdeckt, den wir unbedingt ausprobieren wollten. Das Kebab mit viel Gemüse war wirklich sehr fein, vor allem passte das Preis-Leistungs-Verhältnis perfekt. Weiter ging es Richtung Ljubljana. Wir wollten den Stadtkern eigentlich umfahren und versuchten unser Glück außen rum. Dabei verließen wir uns auf unseren Orientierungssinn – und verfuhren uns prompt. Das bescherte uns 100 km und zirka zwei Stunden Umweg. Das war bei der Hitze zwar bisserl lästig, aber landschaftlich durchaus interessant.


Abkühlung und der erste Blick aufs Meer
Beim Gostilnica Domin in Nova Vas genossen wir schließlich ein eiskaltes Union Grapefruit Radler – extrem erfrischend in der Nachmittags Hitze. Weiter ging die Reise Richtung Italien. Kurz vor Koper erhaschten wir den ersten Blick aufs Meer und die gewaltige Autobahnbrücke. Das ist für uns beim Autofahren immer der eigentliche Beginn des Urlaubs, weil man weiß: Jetzt ist es nicht mehr weit zum Wasser.



Unser Ziel war das Hotel Sole bei Muggia. Eigentlich wollten wir Freunde besuchen, die dort ihr Schiff liegen haben, aber die hatten leider keine Zeit. Also genossen wir das La Dolce Vita eben alleine. Das Hotel ist okay, aber man merkt, dass es schon bisserl älter ist. Unangenehm war der Geruch im Zimmer, der an kalten Zigarettenrauch erinnerte – auch Lüften half da nur wenig. Dafür war der Empfang sehr herzlich, das Frühstück gut und der Pool echt nett. Der Strand auf der anderen Straßenseite hat uns weniger gefallen: Zu viele Menschen und bisserl dreckig, einfach nicht ansprechend.





Venezianisches Flair in Muggia und Kaffeekultur in Triest
Also auf nach Muggia! In der Nähe des Doms, dessen prächtige Fassade die lange venezianische Geschichte des Ortes widerspiegelt, genossen wir ein Bier und einen Spritz. Die Snacks dazu, unter anderem feine Mortadellabrötchen, reichten uns als Abendessen – sicher nicht gesund, aber gut. Das harte Abendlicht auf den alten Mauern der Altstadt gab der Symmetrie der Gassen einen ganz eigenen Charme. Zurück beim Hotel ging es nochmal an den Strand, wo wir bei einem Imbissstand die laue Nacht ausklingen ließen.













Am nächsten Tag wurden wir von den Zikaden und einer Gelse geweckt – das Fenster war ja offen geblieben. Nach dem Frühstück ging es nach Triest. Obwohl es so nah liegt, brauchten wir fast 45 Minuten durch den dichten Verkehr. Brigittes Schwester Michaela und ihr Freund Horst kamen gerade von ihrer Kreuzfahrt zurück, also trafen wir uns auf einen Espresso am Canale Grande. Der Kanal wurde im 18. Jahrhundert angelegt, damit die Schiffe direkt ins Zentrum zu den Warenhäusern fahren konnten. Die Atmosphäre dort mit den klassizistischen Palästen ist immer wieder beeindruckend. Triest mag ich sowieso sehr gerne.









Durch das smaragdgrüne Soča-Tal retour
Nach der Verabschiedung ging es für uns Richtung Duino, wo wir nochmal zum Strand schauten, um uns vom Meer zu verabschieden.

Der Plan: Über Kranj nach Kärnten und zurück in die Heimat. Erstmal steuerten wir Nova Gorica an, um dann bei 40 °C ins Soča-Tal einzufahren. Es war uns gar nicht so bewusst, dass die Soča diesen Weg nimmt, aber es ist wunderschön. Das Wasser leuchtet so richtig smaragdgrün zwischen den hellen Felsen. Immer wieder sahen wir Badende im Fluss. Bei der markanten Brücke in Kanal ob Soči schauten wir dem Treiben kurz zu. Irgendwie hätte ich auch Lust auf einen Sprung ins Wasser gehabt, aber laut Navi sollten wir erst um 18:00 Uhr in Leibnitz sein, und Essen mussten wir ja auch noch.













Der Weg war so schön, dass wir glatt eine Abbiegung versäumten und wieder einen Umweg fuhren – natürlich war ich schuld, wer sonst? In Gorenje Vas blieben wir bei der Taverne Petra stehen. Der Union Radler war zwar nicht ganz eiskalt, schmeckte aber trotzdem. Der Burger und der Salatteller mit Pizzabrot waren wirklich sehr gut, da haben wir einen guten Griff getan. Weiter ging es durch Kranj und über den Seebergsattel nach Kärnten. Fast wie geplant, nur bisserl später.



Die Weinebene ließen wir aus, da es schon spät wurde. Die Soboth mag ich persönlich nicht so, da sind mir zu viele Raser unterwegs – also ging es über den Radlpass retour. In Dravograd wollten wir noch volltanken, aber die Tankstellen sperrten uns quasi vor der Nase zu. Mit bisserl Bauchweh ging es Richtung Eibiswald. Die Tanknadel bewegte sich bereits Richtung Null und Brigitte wurde sichtlich blasser, aber wir erreichten gerade noch rechtzeitig eine Tankstelle. Vollgetankt ging es die letzten Kilometer heim. Um 22:00 Uhr waren wir da: glücklich, erschöpft und alles tat weh. Für solche langen Touren werden wir langsam zu alt – aber schön war es trotzdem!
Servus, habt ihr auch schon mal den Tankinhalt bis zum letzten Tropfen ausgereizt, nur um die perfekte Route zu Ende zu fahren.

