2010 haben wir zu sechst die Tauplitz besucht. Die Sechs-Seen-Tour haben wir so positiv in Erinnerung, dass wir sie unbedingt nochmal gehen wollten. Und voila, nur 16 Jahre später machen wir das – zumindest Brigitte und ich.
Der Ausflug fängt suboptimal an, da es immer wieder nieselt und regnet – auf der Tauplitz gibt es sogar Graupelschauer. Aber wir lassen uns den Tag nicht vermiesen und kehren im Berggasthof Hollhaus ein. Leider ist es nicht mehr so gut wie in unserer Erinnerung; es ist zwar noch immer urig, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis passt (zumindest an diesem Tag) nicht wirklich.
Ein bisserl Moderne und Wärme auf der Tauplitzalm
Kurz sehen wir uns die Bergkirche Heiligste Dreifaltigkeit auf der Tauplitzalm an. Sie ist ein Paradebeispiel alpiner Nachkriegsmoderne. Der Architekt Kurt Weber-Mzell entwarf den Bau zwischen 1919 und 1963 ganz bewusst als markante Zeltskulptur, die sich fast schon dem Berg anpasst. Das Innere schaut recht modern aus, aber die modernen Kreuzwegbilder verstören einen gleich, wie das in anderen Kirchen oft so ist.



Wir spazieren noch etwas herum, aber es ist saukalt – also verziehen wir uns ins Hotel und wärmen uns in der Sauna auf. Das Hotel ist recht nett, das Personal sehr freundlich und das Essen wirklich top. Die Zimmer sind ok, eher im Jugendherbergs-Stil, aber für zwei Wandertage echt okay.







Am nächsten Morgen gibt es Sonnenschein und nach einem ausgiebigen Frühstück wandern wir los. Den Krallersee lassen wir aus; den dunkel schimmernden Moorsee am Fuße des Lawinensteins haben wir am Tag davor schon besucht.
Von kristallklarem Blau zum Postkartenmotiv
Vom Hotel geht es Richtung Norden zum tiefen Großsee und dem direkt daneben liegenden, kleineren Märchensee, der mit besonders klarem, hellblauem Wasser fasziniert. Das Licht bricht sich dort wunderschön im Wasser.












Weiter geht es westlich über das Almgelände zum flachen Tauplitzsee.
Dann Richtung Steirersee – bis hierher fährt übrigens auch der Lemming Express, also Traktoren voll mit Touristen. Vorbei an den urigen Steirerseehütten erreichst du den „König“ der Seen. Der Blick von oben auf den Steirersee mit dem mächtigen Sturzhahn im Hintergrund ist das klassische Postkartenmotiv der Region. Die Symmetrie der Landschaft ist hier einfach lässig.









Anspruchsvolle Pfade und echte Hütten-Atmosphäre
Die Wanderung am Nordufer des Steirersees entlang bis zum Schwarzensee ist anspruchsvoll. Man sollte schon trittsicher sein und auch die Kondition sollte halbwegs ok sein. Gutes Schuhwerk sowieso und Wanderstöcke – die wir nicht dabei hatten – sind von Vorteil. Immer wieder sieht man Paare diskutieren, die sich hier bisserl überschätzt haben.






Kurz vor oder direkt am Schwarzensee zweigt der Wanderweg ab, der einen ostwärts durch welliges Gelände und lichte Lärchenwälder hinauf zu den Leistalmhütten führt. Das ist wirklich eine urige Hütte. Die Hüttenwirtin, Helga, ist nicht unfreundlich – sie sagt einfach, was sie denkt, und das ist gut so. Man darf nicht vergessen: Es ist eine Hütte und kein Restaurant mit 100 Angestellten. Alles muss zu Fuß eine Stunde zur Hütte transportiert werden. Uns gefällt diese Ehrlichkeit.












Leider wird es wieder Zeit zurückzugehen, und jetzt merken wir: Unsere Kondition war schonmal besser. Aber trotzdem genießen wir die Natur und die Ausblicke – es ist einfach schön, das zu zweit zu erleben.












Am Donnerstag heißt es wieder ab nach Hause. Nach einem tollen Sonnenaufgang zieht es leider wieder zu, sodass uns die Heimreise nicht ganz so schwer fällt.







Warst du schon einmal am Tauplitz? Welcher der Seen ist dein Favorit?
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