Ein bisserl Pech und viel Kabarett: Unser Wien Ausflug mit Hindernissen

Ein bisserl Pech und viel Kabarett: Unser Wien Ausflug mit Hindernissen

Der holprige Start in unseren Wien Ausflug

Wir lassen den Tag erst einmal gemütlich beginnen, ohne zu wissen, dass es später noch viel gemütlicher – oder zumindest abenteuerlicher – wird. Unser Peugeot springt einfach nicht an; die Batterie ist leider toter als tot. Ich mag das Auto wirklich, aber unser alter Hyundai hat in den ganzen 14 Jahren nie solche Probleme gemacht wie der Peugeot in den letzten zwei. Also rufen wir den ÖAMTC an und warten. Das mit der Hilfe funktioniert heute allerdings nicht besonders gut. Um 11:30 Uhr meldet die App, dass der Pannenhelfer bereits da sei. Ich schaue raus, sehe aber weit und breit niemanden. Ein kurzer Anruf in der Zentrale bestätigt: „Ja, der Fahrer ist vor Ort.“ Nach einigem Hin und Her ruft mich der Fahrer schließlich an – er hatte selbst keine Ahnung, dass er laut System schon längst da sein sollte.

Auch das Starten des Wagens läuft nicht ganz reibungslos ab. Das 20.000 € teure Hightech-Gerät des ÖAMTC streikt, und so müssen wir den Wagen ganz oldschool überbrücken, damit er wieder Saft bekommt. Mit einem bisserl flauen Magen machen wir uns endlich auf nach Wien. Ich hatte mir eingebildet, dass wir in Siebenhirten parken müssen, was sich im Nachhinein als eher suboptimal herausstellt. Während der Fahrt bleibt die Sorge: Wird der Wagen beim Zurückkommen wieder anspringen? Man weiß es nicht.

Zwischen Stephansdom und Wiener Kaffeehauskultur

Zuerst steuern wir die Innenstadt an, da ich ein paar Fotos für die Fotofreunde schießen möchte. Wir steigen in der Nähe der Wollzeile aus und spazieren ein bisserl durch die Gassen. Die Wollzeile selbst atmet Geschichte; früher war sie das Viertel der Wollweber, heute ist sie eine der charmantesten Einkaufsstraßen Wiens mit viel alter Bausubstanz. Plötzlich sehen wir bewaffnete Polizisten beim legendären Kaffee Engländer. Erst heute früh haben wir die traurige Nachricht gelesen: Der Wirt hat sich das Leben genommen. Das Engländer ist eigentlich eine Institution, ein klassisches Künstlerkaffeehaus, in dem das Licht immer besonders fein auf die Holztische fällt.

Café-Engländer-Chef Christian Wukonigg gestorben

In der City ist die Hölle los, obwohl dort der mächtige Stephansdom über allem thront. Die Gotik des „Steffl“ ist beeindruckend, aber die Menschenmassen drumherum sind heute gewaltig. Trotzdem ist es jedes Mal wieder lässig, durch die Bundeshauptstadt zu spazieren und die Symmetrie der alten Fassaden zu bewundern.

Genusspause im Golden Harp

Leider haben wir durch das Autoproblem ziemlich viel Zeit verloren, also geht es fix wieder in die U-Bahn. Unser Ziel ist ein Irish Pub. Das Golden Harp kennen wir schon von unserem Ausflug zum Zentralfriedhof, und es hat uns damals schon richtig gut gefallen. Auch diesmal werden wir nicht enttäuscht. Die Atmosphäre ist urig, das Licht ist schummrig-gemütlich und die Burger sind wirklich gut. Diesesmal setzen wir aber in Gastgarten, auck ok. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis kann man absolut nicht meckern. Wir erfahren nebenbei, dass es sich um ein Franchise handelt und es insgesamt sieben Standorte in Wien gibt.

Nach dem Essen fahren wir zurück nach Siebenhirten, um uns fix umzuziehen. Glücklicherweise spinnt das Auto nicht und alles klappt wie am Schnürchen.

Ein Abend bei Michael Niavarani im Theater im Park

Am Abend wartet das Highlight: Wir sind im Theater im Park bei Michael Niavarani. Sein Programm „Homo Idioticus 2.0“ steht auf dem Plan. Das Theater liegt wunderschön im Privatgarten des Palais Schwarzenberg, zwischen dem Belvedere und dem Schwarzenbergplatz. Diese Location ist einfach ein Traum, besonders wenn die Abendsonne durch die alten Platanen blitzt.

Wir lieben sowohl Niavarani als auch dieses Open-Air-Theater und sind seit einiger Zeit fast jedes Jahr hier. Das Programm ist kein reiner Schenkelklopfer; manche Lacher bleiben einem fast im Hals stecken, weil sie die Wahrheit so direkt ansprechen, dass es bisserl wehtut. Aber der Abend ist insgesamt eine Wucht – eine Mischung aus Nachdenklichkeit und lautem Lachen. Dazu gönnen wir uns eine gute Flasche Rotwein. Austrinken können wir sie zwar nicht, aber ein Achtel in dieser Kulisse zu genießen, ist einfach fein.

Die Rückfahrt verläuft dann recht angenehm, nur am Hauptbahnhof müssen wir kurz nach der richtigen U-Bahn suchen. Zurück am Campingplatz ist es noch recht lau, aber die meisten schlafen schon, also kriechen auch wir bald in die Federn. Ein ereignisreicher Tag in Wien geht zu Ende. Habt ihr Michael Niavarani eigentlich schon mal live gesehen?

Der aufmerksame Leser wartet eventuell noch auf die Erklärung zum Parken in Siebenhirten. Man muss halt öfter Umsteigen als notwendig, was dann doch recht anstrengend ist, weil die Wege zwischen den Stationen lang sind.


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