So British! Das Festival La Gacilly-Baden Photo verwandelt die Stadt in ein bisserl England

So British! Das Festival La Gacilly-Baden Photo verwandelt die Stadt in ein bisserl England

Das Festival La Gacilly-Baden Photo: Britischer Spirit im Wienerwald

Die 20 km Anreise mit dem Radl sind normalerweise ja eine feine Sache, aber der kalte Gegenwind hat es uns heute etwas schwer gemacht. Ohne Navi wäre der Weg durch die Ebene südlich von Wien gar nicht so einfach zu finden gewesen. Wir parken schließlich beim Badener Eck – ein netter Zug, dass wir unsere Helme dort lassen dürfen. Im Gegenzug haben wir versprochen, später dort einzukehren.

Baden war ja schon zur Biedermeierzeit der Place-to-be für den Kaiser, und diese kaiserliche Eleganz bildet heuer die Kulisse für das Festival La Gacilly-Baden Photo. Unter dem Motto „SO BRITISH!“ präsentiert uns das Festival seit Mitte Juni eine Auswahl an Werken, die den typisch britischen Spirit perfekt einfangen – irgendwo zwischen herrlicher Exzentrik, trockenem Humor und einer messerscharfen Beobachtungsgabe.

Was das Festival jedes Jahr aufs Neue so magisch macht, ist nicht nur die Qualität der Bilder, sondern die Art der Präsentation. Baden, das ja seit Kurzem zum UNESCO-Welterbe der bedeutenden Kurstädte Europas zählt, verwandelt sich in eine sieben Kilometer lange Open-Air-Galerie. Man schlendert durch die Parks, vorbei an der historischen Architektur der Kurstadt, und stolpert quasi alle paar Meter über riesige, bis zu 200 m² große Foto-Installationen. Es ist genial, wie hier die gepflegte Gartenkunst und zeitgenössische Fotografie verschmelzen. Besonders im Doblhoffpark, wo das weiche Nachmittagslicht auf das berühmte Rosarium fällt, entsteht eine ganz eigene Symmetrie zwischen Natur und Kunst. Der Wind stört etwas, dafür bieten die Wolken einen dramatischen Hintergrund und dienen als riesiger Diffusor. Nicht alle Bilder treffen unseren Geschmack, muss es aber auch nicht. Alles an einem Tag zu Schaffen, ist fast unmöglich – eigentlich müsste man mehrmals kommen, um die Details der über 1.500 Bilder wirklich aufzusaugen.

Trotz des Mottos gibt es auch andere Themen, wo es vor allem um Natur und den Umgang damit geht. Und natürlich bietet auch die Stadt und die Parks selbst genug zu schauen.

Warum ihr unbedingt nach Baden müsst:

  • Die Ikonen der Szene: Ihr könnt dort Arbeiten von echten Legenden wie Sir Don McCullin sehen, dessen sozialkritische Aufnahmen tief unter die Haut gehen, oder euch über den scharfzüngigen Blick von Martin Parr auf die Gesellschaft amüsieren.
  • Spannende Reportagen: Einblicke in den Beatles-Film „Help“ oder Dokumentationen über die großartige Jane Goodall runden das Programm ab.
  • Freier Eintritt: Das Beste daran? Es kostet nichts! Ihr könnt rund um die Uhr, sieben Tage die Woche durch die Stadt spazieren – perfekt für einen spontanen Sommer-Ausflug.

Unser Tipp: Schnappt euch bequeme Schuhe, nehmt euch Zeit für einen Kaffee in der Altstadt oder ein kühles Getränk am See im Doblhoffpark. Die Bilder sind nicht nur Deko, sie erzählen Geschichten, die zum Nachdenken anregen – von der Schönheit unserer Welt bis hin zur Notwendigkeit, sie zu schützen. Das Festival läuft noch bis zum 11. Oktober. Falls ihr also noch nicht dort wart: Nichts wie hin!

Wir haben unser Versprechen gehalten und sind am Abend im Badener Eck eingekehrt. Die Atmosphäre ist nach wie vor nett, aber ehrlich gesagt hat es uns in den letzten Jahren bisserl besser geschmeckt. Manchmal ändern sich die Dinge eben.

Der Heimweg mit dem Radl war landschaftlich zwar schöner, da uns das Navi einen neuen Weg gezeigt hat, aber der Wind hat sich natürlich pünktlich gedreht und kam wieder direkt von vorn. Den Abend haben wir dann ganz entspannt beim Camper am See ausklingen lassen.

Servus und bis zum nächsten Mal! Wart ihr schon dort? Welches Foto hat euch am meisten gefesselt? Schreibt es mir in die Kommentare! 👇✨

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