Hongkong Highlights: Zwischen Ding Ding, Fischerdschunke und Night Market

Hongkong Highlights: Zwischen Ding Ding, Fischerdschunke und Night Market

Unsere Hongkong Highlights am vorletzten Tag

An unserem vorletzten Tag in der Metropole starteten wir nach dem Frühstück im „Gefrierschrank“ – wie wir den eiskalten Frühstücksraum im Ibis Hotel getauft haben. Danach ging es zum letzten Mal mit dem Ding Ding Richtung Norden. Zum Ibis Hotel selbst: Der Hafenblick ist spektakulär, die Zimmer sind bisserl alt, aber sauber und relativ groß. Die Lage war für uns perfekt zum Hongkong Highlights Sightseeing. Das Personal war von Anfang an sehr freundlich und hilfsbereit; wir konnten sogar vier Stunden früher einchecken. Einzig die Klimaanlage beim Frühstück war extrem ungemütlich eingestellt.

Die Fahrt durch die Stadt mit dem Ding Ding – der berühmten doppelstöckigen Straßenbahn, die übrigens schon seit 1904 durch die engen Schluchten rattert – war diesmal weniger nett. Es war extrem voll, man sieht weniger als erhofft und auf einer längeren Fahrt wird es bisserl unbequem. In der Chun Yeung Street liegt ein Markt, wo wir ausstiegen. Hier ist extrem viel los: Es wird alles verkauft, vom Rinderschwanz bis zum lebenden Fisch, Gemüse und viel getrocknetes Meeresgetier. Die Marktstände und das harte Licht, das zwischen den Hochhäusern einfällt, erzeugen eine irre Atmosphäre.

Von historischen Plätzen zur Avenue of Stars

Wir spazierten Richtung Victoria Park, um den Bus zum Golden Bauhinia Square zu nehmen. Wusstest du eigentlich, dass die große vergoldete Bauhinia-Blüte ein Geschenk der chinesischen Zentralregierung zur Übergabe Hongkongs im Jahr 1997 war? Sie symbolisiert die „Wiedervereinigung“ und ist ein wichtiger historischer Ankerpunkt. Die Figur selber ist weniger spektakulär, aber nebenan ist ein Heliport, wo gerade ein Helikopter abhob – das fanden wir fast interessanter.

Zurück ins Hotel, kurz die Füße entspannen und Wasser tanken, bevor es wieder nach Kowloon ging. Wir hatten eine Fahrt mit der Dukling gebucht. Das ist eine originale Fischerdschunke aus dem Jahr 1955, die gerettet und aufwendig renoviert wurde. Heute ist sie die letzte ihrer Art, die noch im Hafen kreuzt. Also mit der U-Bahn rüber aufs Festland. Die Wege zwischen den Linien sind weit; gefühlt sind wir unter Tage genauso viele Schritte gegangen wie oben auf den Straßen.

An der Avenue of Stars angekommen, herrschte wieder ziemliches Gewusel und das Wetter verschlechterte sich. Überall laufen Poser herum – warum man sich vor jeder Statue selbst fotografieren muss, erschließt sich mir nicht ganz. Besonders schlimm ist es bei der Bruce Lee Statue. Wusstest du eigentlich, dass der „Little Dragon“ hier in Hongkong seine ersten Filmsporen verdiente? Die 2,5 Meter hohe Bronzestatue zeigt ihn in seiner berühmten Kampfpose, aber sie ohne Menschenmassen zu fotografieren, ist ein echtes Kunststück. Nebenan gibt es noch einen Starbucks und die Statue von Anita Mui, der „Madonna des Ostens“.

Abendstimmung und der Temple Street Night Market

Den Treffpunkt für das Dschunken-Boarding bekamen wir per Mail. An diesem Pier herrscht ein ständiges Kommen und Gehen von Taxis und Vergnügungsbooten. Viele dieser alten Dieselboote stinken wie die Pest. Leider regnete es jetzt tatsächlich, sodass die Dukling ohne Segel daherkam. Wir konnten uns auf dem Boot trotzdem umsehen, aber echt schade, dass genau jetzt das Wetter so mäßig war. Trotzdem machten die 45 Minuten auf dem alten Kahn Spaß, und ein Dosenbier gab es auch dazu.

Nach der Schiffsreise ging es zum Temple Street Night Market. Wusstest du eigentlich, dass dieser Markt einer der wenigen Orte ist, an dem man noch Wahrsager und traditionelle Kantonesische Opern unter freiem Himmel finden kann? Er besteht heute meist aus Souvenirständen, Kleidung und Ramsch. Nur am Ende gibt es einen Foodmarket.

In den Häusern hinter den Ständen gehen „Damen der Nacht“ ihrem Gewerbe nach. Teilweise mit Maske und mehr oder weniger sexy angezogen, warten sie auf Kundschaft.

Beim Foodmarket aß ich eine gebratene Auster – mehr ging sich mit unserem letzten Bargeld nicht aus. Einen ATM fanden wir nicht und nur zwei Stände nahmen Karte. Es gab viele interessante Sachen, aber auch für uns bisserl ekelige Dinge wie gekochte Kutteln. Wusstest du eigentlich, dass Kutteln in Hongkong als klassisches Streetfood gelten und oft stundenlang in einem würzigen Sud aus Anis und Ingwer gekocht werden? Der Geruch ist allerdings extrem intensiv. Also aßen wir zwei Burger für 11 Euro. Die waren zwar nicht chinesisch, schmeckten aber gut, und vor allem konnten wir mit Karte zahlen.

Zurück auf Hongkong Island besuchten wir Lan Kwai Fong, das Vergnügungsviertel. Wusstest du eigentlich, dass diese Gassen früher für Blumenverkäufer bekannt waren, bevor sie sich in den 80ern zum Party-Hotspot entwickelten? Obwohl man hier sogar Gastgärten hat, gefiel es uns nicht. Die Keiler für die Bars sind lästig, es ist stickig und laut. Brigitte kippte mir wegen der Hitze fast um. Ob hier die Welt der Suzie Wong war? Der berühmte Roman von Richard Mason spielte eigentlich im Stadtteil Wan Chai, aber das verruchte Flair heute eher in den engen Gassen von LKF zu spüren ist.

Leider gibt es auf unserem Nachhauseweg keine Lokale, die zum Sitzen einladen, nur „Fresstempel“. Was uns aufgefallen ist: Die Leute gehen essen, bestellen viel, essen davon wenig und sind innerhalb von ein paar Minuten wieder weg. Gemütlich ist was anderes. Da wir nichts fanden, beschlossen wir den Abend im Hotel bei unserem letzten Blue Girl Dosenbier. Eigentlich stammte Blue Girl ursprünglich aus einer Brauerei in Bremen, bevor es zur beliebtesten Biermarke Hongkongs wurde,

Warst du schon mal in einer Stadt, in der dich das Essen oder die Hektik so richtig überrascht hat?

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